Kaum hat die Leitende Körperschaft ihre Blutregel erneut geändert, zeigt sich auf GuteFrage ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie abhängig das persönliche „biblische Verständnis“ mancher Zeugen offenbar von der jeweils aktuellen Organisationslinie ist.

Ein Nutzer widerspricht der Meldung, Blutspenden seien unter bestimmten Voraussetzungen nun Gewissensentscheidung:
„Nein. Du behauptest etwas um zu verwirren. Denn es geht nicht um Blutspenden!!“
Er beschreibt anschließend ausschließlich die bereits ältere Änderung zum Eigenblut bei Operationen und fordert:
„Wenn du was über uns schreibst, bleib bitte bei den Tatsachen.“
Wenig später legt er nach:
„Der Fragesteller entstellt Tatsachen. Erkundige dich lieber bevor du alles glaubst was hier geschrieben wird.“

Das Problem: Er verteidigt offenbar noch den bisherigen Stand und hat die neueste Änderung schlicht noch nicht mitbekommen.
Und genau das ist aufschlussreich
Heute ist er vollkommen überzeugt:
Blutspenden? Nein. Das stimmt nicht. Informiert euch erst einmal richtig!
Was passiert, sobald auch ihm die neue Regel bekannt ist?
Wird er weiterhin erklären, dass die bisherige Position biblisch zwingend sei?
Oder wird er dann genauso überzeugt erklären, warum Blutspenden unter bestimmten Voraussetzungen plötzlich eine persönliche Gewissensentscheidung sein dürfen?
Der entscheidende Punkt:
Der Bibeltext hat sich über Nacht nicht verändert.
Geändert hat sich die Entscheidung der Leitenden Körperschaft.
Und genau daran lässt sich erkennen, wie „menschenhörig“ ein religiöses System werden kann: Gestern wird eine Regel mit voller Überzeugung als biblische Wahrheit verteidigt – und morgen möglicherweise das Gegenteil, sobald die menschliche Führung die Linie geändert hat.
Manchmal entlarvt sich ein System ganz ohne große Analyse.
Man muss nur einen Tag warten.


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