Nächstenliebe als christlicher Auftrag
Für viele religiöse Gemeinschaften – und vor allem für christliche Kirchen – gehört karitative Hilfe zu den grundlegenden Aufgaben ihres Selbstverständnisses.
Ich selbst habe das 2015 praktisch erlebt. Damals arbeitete ich im Umfeld von Caritas und Maltesern in der Flüchtlingshilfe. Ich betreute geflüchtete Menschen, beschäftigte mich mit ihrer Unterbringung und schrieb unter anderem Leitfäden für den Betrieb von Flüchtlingsunterkünften.
Viele der Menschen, mit denen wir arbeiteten, waren Muslime. Andere waren beispielsweise Christen aus Eritrea. Für die Hilfe spielte das keine Rolle.
Ich lernte dort hauptamtliche Mitarbeiter ebenso kennen wie Menschen, die sich freiwillig und ehrenamtlich engagierten. Manche taten das aus einer christlichen Motivation heraus. Andere hatten mit Religion kaum etwas zu tun.
Entscheidend war etwas anderes:
Menschen brauchten Hilfe – und es gab eine Infrastruktur, die ihnen helfen konnte.
Nicht nur für ein Wochenende nach einem Hochwasser.
Jeden Tag.
Was kirchliche Wohlfahrt tatsächlich bedeutet
Allein die katholische Caritas verfügt in Deutschland nach ihrer aktuellen Zentralstatistik über mehr als 25.000 Einrichtungen und Dienste. Dort arbeiten Hunderttausende Menschen hauptberuflich; mehrere Hunderttausend Ehrenamtliche und Freiwillige kommen hinzu. Millionen Menschen werden jedes Jahr begleitet, gepflegt, beraten oder anderweitig unterstützt.
Quelle: Caritas Deutschland – Die Caritas in Zahlen
Die Caritas betreibt unter anderem Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kinder- und Jugendhilfe, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und zahlreiche Beratungsangebote.
Quelle: Caritas Deutschland – Über uns
Natürlich muss man dabei sauber bleiben: Diese Leistungen werden nicht einfach vollständig aus dem Klingelbeutel bezahlt. Caritas-Einrichtungen finanzieren sich aus einem Mix aus Sozialversicherungen, öffentlichen Zuschüssen, Eigenmitteln, Spenden, Kirchenmitteln und Beiträgen der Nutzer.
Quelle: Caritas Deutschland – Finanzierung
Aber darum geht es bei diesem Vergleich auch gar nicht.
Der entscheidende Punkt ist:
Die katholische Kirche hat eine dauerhafte soziale Infrastruktur geschaffen, deren Aufgabe es ist, Menschen zu pflegen, zu versorgen, zu beraten und ihnen in sozialen Notlagen zu helfen.
Auf evangelischer Seite übernimmt diese Funktion vor allem die Diakonie. Sie bezeichnet sich selbst als sozialen Dienst der evangelischen Kirchen und verfügt bundesweit über Zehntausende Einrichtungen und Angebote – von Alten- und Krankenpflege über Kinder- und Jugendhilfe bis hin zu Beratungsstellen und Hilfen für Menschen in besonderen sozialen Situationen.
Quelle: Diakonie Deutschland – Einrichtungsstatistik
Die Malteser sind ausdrücklich eine katholische Hilfsorganisation. In Deutschland engagieren sich Zehntausende Menschen haupt- und ehrenamtlich. Sie helfen nach eigener Aussage Menschen in Not unabhängig von Religion, Herkunft oder politischer Überzeugung.
Quelle: Malteser – Über uns
Auch die Johanniter verfügen über eine umfangreiche soziale Infrastruktur. Sie arbeiten unter anderem im Rettungsdienst, Katastrophenschutz, in Pflege, Hospizarbeit, Flüchtlingshilfe und internationaler humanitärer Hilfe.
Quelle: Johanniter-Unfall-Hilfe – Über uns
Brot für die Welt fördert weltweit Tausende Projekte und veröffentlicht detaillierte Angaben zur Mittelherkunft, Mittelverwendung und Kontrolle.
Quelle: Brot für die Welt – Jahresbericht und Transparenz
Misereor unterstützt weltweit Tausende Projekte und erklärt ausdrücklich, Menschen unabhängig von Religion und Kultur zu unterstützen.
Quelle: Misereor – Transparenz
Und nicht nur die großen Volkskirchen
Man könnte nun einwenden, dass katholische und evangelische Kirchen solche Strukturen nur deshalb unterhalten können, weil sie groß, historisch gewachsen und Teil des deutschen Sozialstaates sind.
Deshalb lohnt sich ein anderer Vergleich.
Die Siebenten-Tags-Adventisten sind ebenfalls eine weltweit organisierte Religionsgemeinschaft mit starkem Missionsanspruch.
Ihre offiziellen Statistiken nennen Hunderte Krankenhäuser und Sanatorien sowie weit über tausend Kliniken und Ambulanzen. Hinzu kommt die Adventist Development and Relief Agency – ADRA –, die international humanitäre und entwicklungspolitische Hilfe leistet.
Quelle: Seventh-day Adventist Church – World Statistics
ADRA Deutschland beschreibt seinen Auftrag unmissverständlich: Die Hilfe richte sich an Menschen unabhängig von Religion, Weltanschauung, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Behinderung oder Alter.
Quelle: ADRA Deutschland – Fragen und Antworten
Das ist wichtig.
Denn damit fällt das Argument weg, nur große Staatskirchen könnten institutionelle Nächstenliebe organisieren.
Andere missionierende Religionsgemeinschaften tun genau das.
Was lehrt eigentlich die Bibel?
Der karitative Anspruch christlicher Kirchen kommt nicht aus dem Nichts.
Einer der bekanntesten Sätze Jesu lautet:
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
Auf die Frage, wer dieser Nächste sei, erzählte Jesus die Geschichte vom barmherzigen Samariter.
Und gerade die Konstruktion dieser Geschichte ist bemerkenswert.
Der Samariter gehört nicht zur religiösen Gemeinschaft des Verletzten. Er fragt nicht nach dessen Glaubenszugehörigkeit. Er prüft nicht, ob der Mann dieselbe Lehre vertritt.
Er hilft.
Ganz praktisch.
Er versorgt seine Verletzungen, bringt ihn in eine Unterkunft und übernimmt die Kosten seiner weiteren Versorgung. – Lukas 10:25–37.
Er erklärt dem Verletzten nicht, dass Gottes Königreich eines Tages alle Probleme lösen werde.
Er löst das Problem, das er in diesem Moment lösen kann.
Auch die Apostelgeschichte beschreibt die christliche Urgemeinde nicht nur als Predigtgemeinschaft.
In Apostelgeschichte 4:34, 35 wird erzählt, dass Mittel so verteilt wurden, dass innerhalb der Gemeinschaft niemand Not leiden sollte.
Noch deutlicher wird Apostelgeschichte 6:1–6.
Dort entsteht Streit, weil Witwen bei der „täglichen Verteilung“ übergangen werden.
Die Reaktion ist bemerkenswert:
Es wird organisiert.
Verantwortliche Personen werden bestimmt, damit sich jemand dauerhaft darum kümmert.
Materielle Hilfe wurde also nicht allein dem guten Willen einzelner Gläubiger überlassen.
Sie bekam Struktur.
Und Jehovas Zeugen?
Jehovas Zeugen beanspruchen, das ursprüngliche Christentum wiederhergestellt zu haben.
Nach ihrem eigenen weltweiten Bericht zählen sie heute mehr als neun Millionen aktive Verkündiger und fast 120.000 Versammlungen.
Quelle: Jehovas Zeugen – Weltweiter Dienstjahresbericht 2025
Die Organisation verfügt gleichzeitig über eine hochentwickelte internationale Infrastruktur. JW.org nennt rund 63.000 Königreichssäle weltweit.
Quelle: JW.org – Maintaining Our Kingdom Halls
Organisatorisches Können ist also reichlich vorhanden.
Aber wo ist das entsprechende karitative Sozialwerk?
In der eigenen Übersicht „How Do Jehovah’s Witnesses Use Donations?“ führt JW.org als Tätigkeitsbereiche unter anderem Publikationen und Medienproduktion, Bau und Unterhaltung von Gebäuden, Verwaltung, Predigttätigkeit, religiöse Schulung und Katastrophenhilfe auf.
Ein dauerhaftes allgemeines Sozialwerk mit Krankenhäusern, Pflegeheimen, Obdachlosenunterkünften, Suppenküchen oder Sozialberatungsstellen wird dort nicht beschrieben.
Quelle: JW.org – How Do Jehovah’s Witnesses Use Donations?
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass einzelne Zeugen Jehovas nicht hilfsbereit wären.
Natürlich sind sie das.
Sie bringen kranken Glaubensgeschwistern Essen. Sie helfen älteren Menschen. Sie sammeln vielleicht privat Geld für jemanden in Not.
Aber die private Hilfsbereitschaft von Mitgliedern ist nicht identisch mit der institutionellen Leistung ihrer Organisation.
Und genau um diese Organisation geht es hier.
Selbst Bedürftige werden auf andere Hilfsangebote verwiesen
Ein besonders interessantes Dokument stammt aus den USA.
Ende 2022 kündigte die US-Organisation intern sogenannte „Resources for Distressed Households“ an – Ressourcen für Haushalte in finanzieller Not.
Dabei sollten landesweite und bundesstaatliche externe Hilfsangebote zusammengestellt werden.
Quelle: Announcements and Reminders S-147-22.11-E_Us – Resources for Distressed Households
Die entsprechende Ressourcenliste verweist bei Nahrung, Wohnen, medizinischer Versorgung, Arbeitslosigkeit und finanziellen Problemen in erheblichem Umfang auf staatliche Programme und andere externe Organisationen.
Quelle: Resources for Distressed Households – USA Nationwide
Das ist bemerkenswert.
Eine Religionsgemeinschaft mit Millionen Mitgliedern und erheblicher weltweiter Infrastruktur verweist selbst finanziell bedrängte Mitglieder bei grundlegenden sozialen Problemen auf staatliche und fremde gemeinnützige Angebote.
Damit sind wir bei dem Bereich, den Jehovas Zeugen regelmäßig als Beleg ihrer praktischen Nächstenliebe anführen.
„Aber wir leisten doch Katastrophenhilfe“
Das stimmt.
JW.org erklärt selbst:
“We provide practical relief assistance to both Witnesses and non-Witnesses.”
Die Organisation berichtet über Nahrung, Wasser, Unterkunft und Reparaturarbeiten nach Natur- und anderen Katastrophen.
Quelle: JW.org – Do Jehovah’s Witnesses Assist With Disaster Relief?
Die Leistung der freiwilligen Helfer ist real.
Sie verbringen ihre Freizeit auf Baustellen, reisen zum Teil über weite Strecken an und arbeiten unbezahlt.
Genau deshalb sollte man zwischen zwei Dingen unterscheiden:
der Hilfsbereitschaft einzelner Zeugen Jehovas
und der finanziellen Leistung der Organisation.
Denn das ist nicht dasselbe.
Wem hilft diese Katastrophenhilfe?
Eine Publikation der Organisation trägt bereits im Titel die Antwort:
„How Do We Help Our Brothers in Distress?“ – „Wie helfen wir unseren Brüdern in Not?“
Dort heißt es:
“When a disaster strikes, Jehovah’s Witnesses immediately organize assistance to bring relief to their brothers who are affected.”
Älteste sollen zunächst die Mitglieder der betroffenen Versammlung ausfindig machen. Hilfskomitees können Nahrung, Trinkwasser, Kleidung, Unterkunft und medizinische Unterstützung organisieren.
Freiwillige reparieren ausdrücklich sowohl Häuser als auch Königreichssäle.
Quelle: WOL – How Do We Help Our Brothers in Distress?
Über Menschen außerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft heißt es dort:
“we assist others too when possible, whatever their religion.”
Also:
Man hilft auch anderen – wenn möglich.
Quelle: WOL – How Do We Help Our Brothers in Distress?
Auch die aktuelle FAQ zur Katastrophenhilfe verweist auf Galater 6:10: Man solle allen Gutes tun, „besonders“ denen, die mit einem im Glauben verbunden seien.
Quelle: JW.org – Disaster Relief FAQ
Das ist keine Interpretation eines Kritikers.
Das ist die Organisationsbeschreibung selbst.
Noch deutlicher formulierte es ein Sprecher der Zeugen Jehovas nach der Überschwemmung von Houston im Jahr 2001.
Der Houston Chronicle zitierte Genaro Peter:
“Our scriptural obligation is immediately to our members.”
Sinngemäß:
„Unsere biblische Verpflichtung gilt zunächst unseren Mitgliedern.“
Quelle: Houston Chronicle, 22. September 2001 – Jehovah’s Witnesses organize to repair 700 damaged homes
Das kann man solidarisch finden.
Aber man sollte es korrekt benennen.
Es handelt sich in seinem Kern um organisierte gegenseitige Hilfe innerhalb einer Religionsgemeinschaft.
Das ist etwas anderes als allgemeine karitative Hilfe, bei der Bedürftigkeit – und nicht Religionszugehörigkeit – das entscheidende Auswahlkriterium ist.
Das zeigt schon Hurrikan Andrew
Dieses Muster ist nicht neu.
Nach Hurrikan Andrew 1992 berichtete die Organisation selbst, dass 1.120 Häuser von Zeugen Jehovas und zehn Königreichssäle beschädigt worden waren.
Die Leitende Körperschaft stellte Geld für Hilfsmittel bereit und ein Hilfskomitee wurde eingerichtet.
Quelle: Jehovas Zeugen – Jahrbuch 1993, Bericht zu Hurrikan Andrew
Im eigenen Jahrbuch zitierte die Organisation anschließend den Miami Herald:
“first to help their own, then to help others”
Also:
zuerst den eigenen Leuten helfen, dann anderen.
Quelle: Jehovas Zeugen – Jahrbuch 1993
Auch hier also:
zuerst die eigene Gemeinschaft.
Dann andere.
Das ist Bruderschaftshilfe.
Es ist aber nicht dasselbe Konzept wie Caritas, ADRA oder Malteser.
Katastrophenhilfe schützt auch das eigene Immobilienvermögen
Ein zweiter Punkt wird in der Außendarstellung leicht übersehen.
Bei den Hilfseinsätzen werden nicht nur Häuser geschädigter Mitglieder instand gesetzt.
Es werden auch Königreichssäle und Kongresssäle repariert.
Also Gebäude, die unmittelbar der religiösen Organisation dienen.
Nach den Hurrikans Irma und Maria 2017 bezifferte JW.org die geplanten Hilfs- und Wiederaufbauarbeiten allein im Bereich des US-Zweiges auf mehr als 30 Millionen Dollar.
JW.org schlüsselte selbst auf:
- Britische und Amerikanische Jungferninseln: fünf Königreichssäle und 190 Häuser
- Florida: 40 Königreichssäle und 1.174 Häuser
- Puerto Rico: 106 Königreichssäle, zwei Kongresssäle und 1.216 Häuser
- Turks- und Caicosinseln: zwei Königreichssäle und 56 Häuser
Quelle: JW.org – Hurricane Irma and Maria Relief Efforts
Nach Abschluss der Arbeiten in Puerto Rico meldete die Organisation 106 reparierte Königreichssäle, zwei reparierte Kongresssäle, 783 reparierte Häuser von Glaubensbrüdern sowie 73 vollständige Neubauten.
Quelle: JW.org – Long-Term Relief Work in Puerto Rico Reaches Completion
Ein Königreichssaal ist jedoch kein Katastrophenopfer.
Er ist eine Immobilie.
Wird ein Königreichssaal nach einem Sturm mit gespendetem Geld und kostenloser Arbeitskraft wiederhergestellt, wird damit religiöse Infrastruktur und damit ein Vermögenswert innerhalb der Organisationsstruktur erhalten.
Natürlich darf eine Religionsgemeinschaft ihre Gebäude reparieren.
Aber die Reparatur des eigenen Gebäudebestandes sollte analytisch nicht mit allgemeiner karitativer Hilfe für Bedürftige gleichgesetzt werden.
Wie wichtig Immobilien sind, zeigen die eigenen Zahlen
Für das Dienstjahr 2023 veröffentlichte JW.org eine bemerkenswerte Zahl.
Die von den Zweigbüros der Zeugen Jehovas genutzten Rechtsträger hätten mehr als 500 Millionen US-Dollar für Kauf, Bau, Renovierung und Unterhaltung von Königreichs- und Kongresssälen weltweit ausgegeben.
Die laufenden Ausgaben der örtlichen Versammlungen für ihre Säle seien darin noch nicht enthalten.
Quelle: JW.org – Construction That Helps Us to Preach
Für Katastrophenhilfe nennt die Organisation für dasselbe Dienstjahr dagegen mehr als zehn Millionen US-Dollar.
Quelle: JW.org – Disaster Relief in 2023
Diese beiden Zahlen sind nicht unmittelbar miteinander verrechenbar.
Aber sie zeigen sehr deutlich, welche Größenordnungen die Organisation für ihre religiöse Infrastruktur bewegen kann.
Und damit wird die Frage legitim:
Wenn eine Organisation weltweit Hunderte Millionen Dollar für Versammlungsstätten ausgeben und eine globale Bauorganisation unterhalten kann – warum existiert kein auch nur annähernd vergleichbares dauerhaftes Sozialwerk?
Wer erbringt eigentlich die Katastrophenhilfe?
Nun kommt der wirtschaftlich interessante Teil.
Denn wenn JW.org schreibt, die Organisation habe Millionen Dollar für Katastrophenhilfe ausgegeben, klingt dies zunächst wie eine klassische Hilfsorganisation, die Personal, Material und Einsatzkosten finanziert.
Das Modell funktioniert jedoch anders.
JW.org schreibt ausdrücklich:
“Since the work is performed by unpaid volunteers, the funds that are allocated go toward actual relief, not administrative expenses.”
Die Arbeit werde also von unbezahlten Freiwilligen ausgeführt.
Quelle: JW.org – Disaster Relief FAQ
Eine eigene Publikation ergänzt, dass viele qualifizierte Helfer sogar auf eigene Kosten in die betroffenen Gebiete reisen.
Quelle: WOL – How Do We Help Our Brothers in Distress?
Die Mitglieder stellen also nicht nur die Spendengelder bereit.
Sie stellen auch einen erheblichen Teil der Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung.
Houston 2001: Eine Million kostenlose Arbeitsstunden
Houston ist dafür ein hervorragend dokumentiertes Beispiel.
Nach dem Tropensturm Allison waren mehr als 700 Häuser von Zeugen Jehovas beschädigt.
Quelle: Houston Chronicle – zeitgenössischer Bericht
Der Houston Chronicle beschreibt detailliert, wie das Hilfskomitee Material, Lagerhaltung, Transport, Verpflegung und Tausende freiwillige Helfer koordinierte.
Die damaligen Reparaturkosten wurden mit durchschnittlich etwa 5.000 bis 10.000 Dollar pro Haus angegeben.
Gleichzeitig erklärte der Sprecher der Zeugen, die kostenlose Arbeitsleistung spare enorme Kosten.
Das Hilfskomitee erhielt außerdem Materialspenden, kaufte Material durch Großeinkauf günstiger und bekam Lagerfläche kostenlos zur Verfügung gestellt.
Quelle: Houston Chronicle, 22. September 2001
Der spätere eigene Bericht der Zeugen Jehovas nennt das Endergebnis:
11.700 freiwillige Helfer.
Rund eine Million Arbeitsstunden.
723 Häuser.
Acht Königreichssäle.
Quelle: WOL – Liebe in Aktion: Ein Marathonhilfseinsatz
Eine Million Arbeitsstunden.
Diese Arbeitsleistung war wirtschaftlich real.
Aber sie wurde nicht von der Organisation bezahlt.
Sie wurde von den Mitgliedern gespendet.
Das ist für jede ernsthafte Bewertung der Hilfsleistung entscheidend.
Bruttoausgabe ist nicht gleich Nettoleistung
Nehmen wir deshalb die von JW.org veröffentlichten mehr als zehn Millionen Dollar Katastrophenhilfe im Dienstjahr 2023.
Die Organisation schreibt:
“legal entities used by Jehovah’s Witnesses spent over ten million dollars”
aus Mitteln, die für das weltweite Werk gespendet worden seien.
Direkt anschließend ergänzt JW.org, dass dies zusätzlich zu persönlichen Geldern sei, die Brüder und Schwestern bei örtlichen freiwilligen Hilfsmaßnahmen selbst eingesetzt hätten.
Quelle: JW.org – Disaster Relief in 2023
Aus dieser Zahl erfahren wir jedoch nicht,
- welchen wirtschaftlichen Wert die kostenlose Arbeit der Mitglieder hatte,
- welche Sachleistungen zusätzlich gespendet wurden,
- welche Reise- oder Unterbringungskosten die Helfer selbst trugen,
- welcher Anteil auf Häuser der Mitglieder entfiel,
- welcher Anteil auf Königreichssäle oder andere Organisationsgebäude entfiel,
- und ob Versicherungsleistungen oder staatliche Erstattungen anschließend zurückflossen beziehungsweise wie diese verbucht wurden.
Genau deshalb ist eine veröffentlichte Ausgabensumme nicht dasselbe wie eine vollständige Kostenrechnung.
Und jetzt kommt die Versicherung
Dieser Punkt macht die Sache wesentlich interessanter.
Wenn ein unversichertes Haus zerstört wird und eine Religionsgemeinschaft mit Spendengeldern Material kauft und das Haus mit kostenloser Arbeitskraft wiederaufbaut, ist der wirtschaftliche Vorgang relativ einfach:
Die Gemeinschaft trägt Kosten.
Der Betroffene erhält einen Vorteil.
Aber was geschieht bei einem versicherten Haus?
Dann existiert eine weitere Geldquelle:
die Versicherung.
Und dass Versicherungen bei von Jehovas Zeugen reparierten Häusern tatsächlich eine Rolle spielen, ist keine Spekulation.
Nach Abschluss der umfangreichen Wiederaufbauarbeiten in Puerto Rico schrieb JW.org ausdrücklich, dass einige der betroffenen Glaubensbrüder Unterstützung von staatlichen Stellen oder aus ihrer Gebäudeversicherung erhalten hätten.
Quelle: JW.org – Long-Term Relief Work in Puerto Rico Reaches Completion
Damit stellt sich zwangsläufig die Frage:
Was geschieht mit einer solchen Versicherungsleistung, wenn die Reparatur bereits durch kostenlose Freiwilligenarbeit erledigt wurde?
Houston: Der Wachtturm bestätigt selbst einen Versicherungsrückfluss
Darauf gibt es zumindest einen vollständig dokumentierten Fall.
Der Wachtturm vom 1. Juni 2003 berichtete noch einmal über die Hilfsaktion in Houston.
723 Häuser von Zeugen Jehovas seien beschädigt gewesen. Ein Hilfskomitee habe die Bedürfnisse geprüft und Gelder verteilt. Freiwillige aus benachbarten Versammlungen hätten die Reparaturen durchgeführt.
Und dann folgt ein bemerkenswerter Satz:
“she received payment from her insurance company … [and] donated the money to the relief fund”
Auf Deutsch sinngemäß:
Eine Zeugin erhielt von ihrer Versicherung Geld für die Reparatur ihres Hauses und spendete dieses Geld anschließend dem Hilfsfonds.
Quelle: WOL – The Watchtower, 1. Juni 2003: Giving That Pleases God
Das ist wichtig.
Denn damit ist eines definitiv belegt:
Es gab zumindest einen Fall, in dem ein Haus mit freiwilliger Arbeitsleistung repariert wurde und anschließend die Versicherungszahlung für diese Reparatur in den Hilfsfonds floss.
Das ist kein Ex-Zeugen-Gerücht.
Es steht im Wachtturm.
Warum das wirtschaftlich relevant ist
Versicherungsleistungen für Gebäudeschäden orientieren sich – abhängig vom Vertrag – an den Kosten der Wiederherstellung.
Diese Kosten bestehen normalerweise nicht nur aus Baumaterial.
Ein erheblicher Bestandteil professioneller Reparaturen sind Arbeitskosten.
Das Modell der Zeugen Jehovas entfernt aber gerade diesen Kostenblock weitgehend aus der Rechnung:
Die Organisation bezahlt die Helfer nicht.
Für Houston ist zusätzlich dokumentiert, dass Materialien gespendet oder durch Großeinkauf günstiger beschafft wurden und sogar die Lagerfläche kostenlos zur Verfügung stand.
Quelle: Houston Chronicle, 22. September 2001
Dadurch entsteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass eine Versicherungsleistung höher ist als die tatsächlichen Barausgaben des Hilfsfonds für das betreffende Haus.
Eine vereinfachte Beispielrechnung
Nehmen wir rein illustrativ an, eine Versicherung reguliert einen Gebäudeschaden mit 20.000 Dollar.
Die Reparatur wird von freiwilligen Zeugen Jehovas durchgeführt.
Für den Hilfsfonds entstehen beispielsweise:
| Position | Betrag |
| Baumaterial | 5.000 $ |
| Transport, Verpflegung und sonstige Kosten | 1.000 $ |
| Arbeitslohn | 0 $ |
| Tatsächlicher Aufwand des Hilfsfonds | 6.000 $ |
Erhält der Eigentümer anschließend 20.000 Dollar Versicherungsleistung und gibt diesen Betrag vollständig an den Hilfsfonds weiter, lautet die Rechnung:
20.000 Dollar Versicherungszahlung
– 6.000 Dollar tatsächlicher Aufwand
= 14.000 Dollar Überschuss
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass im dokumentierten Houston-Fall genau diese Beträge geflossen wären.
Es handelt sich ausschließlich um ein Rechenbeispiel.
Es zeigt den wirtschaftlichen Mechanismus.
Und die kostenlose Arbeit ist dabei noch gar nicht bewertet
Angenommen, für diese beispielhafte Reparatur wären 500 Arbeitsstunden erforderlich gewesen.
Bei einem hypothetischen Marktwert von 30 Dollar je Arbeitsstunde entspräche das:
500 × 30 Dollar = 15.000 Dollar
Die Wiederherstellung hätte damit einen wirtschaftlichen Wert von ungefähr:
- 6.000 Dollar tatsächlich bezahlte Kosten
- 15.000 Dollar gespendete Arbeitsleistung
also rund 21.000 Dollar.
Der Hilfsfonds selbst hätte aber lediglich 6.000 Dollar ausgegeben.
Genau deshalb ist die Versicherungsfrage wirtschaftlich von erheblicher Bedeutung.
Auf viele Häuser hochgerechnet
Nehmen wir ebenfalls rein hypothetisch an, bei 100 reparierten versicherten Häusern verblieben nach tatsächlichem Aufwand durchschnittlich jeweils 5.000 Dollar aus anschließend weitergegebenen Versicherungsleistungen im Hilfsfonds.
Dann wären das:
100 × 5.000 Dollar = 500.000 Dollar
Bei 500 Häusern:
500 × 5.000 Dollar = 2,5 Millionen Dollar
Noch einmal:
Das ist keine Behauptung, dass solche Summen tatsächlich erzielt wurden.
Es zeigt lediglich, weshalb die wirtschaftliche Seite der Katastrophenhilfe ohne eine Nettoabrechnung nicht beurteilt werden kann.
Ist das nur einmal passiert?
Hier wechselt die Belegstufe.
Für den konkreten Versicherungsrückfluss in Houston haben wir eine Primärquelle der Organisation selbst.
Quelle: WOL – The Watchtower, 1. Juni 2003
Darüber hinaus existieren mehrere Berichte ehemaliger Zeugen Jehovas und früherer Katastrophenhelfer, nach denen Versicherungsleistungen systematisch angesprochen worden seien.
ExJW Analyzer dokumentiert unter anderem den Bericht von Perry Van Da Wall. Er schildert, Hauseigentümer hätten vor Reparaturarbeiten Unterlagen unterschrieben, die nach seinem Verständnis spätere Versicherungsleistungen betrafen.
Ein weiterer dort dokumentierter Informant gibt an, 27 Jahre beruflich mit großen Versicherungs- und Katastrophenschäden gearbeitet und zugleich als Ältester beziehungsweise für ein Regional Building Committee tätig gewesen zu sein.
Sekundärquelle / Zeugenaussagen: ExJW Analyzer – Disaster Relief Finances & The Insurance Question
Das sind Zeugenaussagen – kein Gerichtsurteil und kein Beweis für eine allgemeine Regel.
Auch ExJW Analyzer weist selbst auf eine entscheidende Beweislücke hin:
Ein behauptetes allgemeines Versicherungsformular ist bislang öffentlich nicht nachgewiesen.
Journalistisch bedeutet das:
Der Versicherungsrückfluss im Houston-Fall ist durch eine Primärquelle bewiesen.
Weitere vergleichbare Mechanismen werden durch mehrere Zeugenaussagen gestützt.
Eine weltweit verbindliche Abtretungsregel ist bislang nicht bewiesen.
Warum die Spende besser nicht „für die Katastrophenopfer“ heißen soll
An dieser Stelle wird die Finanzierung der Katastrophenhilfe noch aus einem anderen Grund interessant.
Denn für eine Organisation macht es rechtlich und praktisch einen erheblichen Unterschied, ob jemand allgemein Geld spendet – oder ob er es ausdrücklich für einen bestimmten Zweck gibt.
Wer beispielsweise Geld unter einer tatsächlich vereinbarten Zweckbindung spendet, kann dadurch eine rechtliche Bindung erzeugen.
Im deutschen Recht kann eine Schenkung unter Auflage nach § 525 BGB einen Anspruch auf Vollziehung der Auflage begründen. Bei Nichtvollziehung sieht § 527 BGB unter bestimmten Voraussetzungen eine Rückforderung vor.
Rechtsquellen: § 525 BGB · § 527 BGB
Das bedeutet nicht, dass jede zweckwidrige Verwendung einer Spende automatisch strafbar wäre.
Der Grundgedanke bleibt jedoch:
Wer Geld für einen verbindlich bestimmten Zweck annimmt, kann bei dessen Verwendung rechtlich gebunden sein.
Auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen formuliert für Organisationen mit DZI-Spenden-Siegel einen klaren Grundsatz:
„Wirbt die Organisation für einen konkret benannten Zweck, so werden die eingeworbenen Mittel für diesen verwendet.“
Quelle: DZI – Die 7 Spenden-Siegel-Standards
Gleichzeitig weist das DZI auf die andere Seite hin:
Zweckgebundene Spenden schränken den Handlungsspielraum ein.
Das DZI bezeichnet deshalb die freie, nicht zweckgebundene Spende sogar als den „Königsweg“ des Spendens.
Quelle: DZI – Richtig spenden, wirksam helfen
Ein allgemeiner Spendentopf gibt einer Organisation maximale Flexibilität.
Und genau diese Konstruktion findet man bei Jehovas Zeugen.
Nicht für Haiti, nicht für Houston – sondern für das „weltweite Werk“
Jehovas Zeugen empfehlen ihren Mitgliedern, Hilfe für Brüder und Schwestern in anderen Ländern nicht durch direkte Geldsendungen an die betroffenen Zweigbüros zu unterstützen.
JW.org formuliert ausdrücklich:
“Not by sending money directly to foreign branch offices, but by contributing to the worldwide work.”
Spenden sollen also in den allgemeinen Topf „Worldwide Work“ – „Weltweites Werk“ – fließen.
Quelle: JW.org – Surplus Offsets a Deficiency
Der offizielle Spendenbereich beschreibt solche Gelder allgemein als Unterstützung der weltweiten religiösen und humanitären Aktivitäten.
Quelle: JW Donations – Worldwide Work
Und JW.org erklärt selbst, was innerhalb des weltweiten Werkes finanziert wird:
Publikationen, Bau und Unterhaltung von Gebäuden, Verwaltung, Predigttätigkeit, religiöse Schulung und Katastrophenhilfe.
Quelle: JW.org – How Do Jehovah’s Witnesses Use Donations?
Mit anderen Worten:
Wer nach einer Katastrophe 100 Euro zum „weltweiten Werk“ spendet, hat damit nicht zwingend 100 Euro zweckgebunden für die Opfer dieser Katastrophe gespendet.
Er hat der Organisation 100 Euro gegeben, die innerhalb ihres weltweiten religiösen und humanitären Werkes eingesetzt werden können.
Genau darin liegt das Spannungsfeld
Eine zweckgebundene Spende schafft Transparenz:
Der Spender weiß, wofür sein Geld bestimmt ist.
Sie schafft aber auch Verpflichtungen.
Eine Spende für das „weltweite Werk“ schafft dagegen maximale Flexibilität für die Organisation.
Das wäre bei einer Organisation mit detaillierter konsolidierter Rechnungslegung zunächst kein besonderes Problem.
Man könnte anschließend beispielsweise nachlesen:
- Wie hoch waren die gesamten Einnahmen?
- Wie viel floss in Katastrophenhilfe?
- Wie viel in Bauprojekte?
- Wie viel in Medienproduktion?
- Wie viel in Verwaltung?
- Welche Versicherungs- oder sonstigen Erstattungen flossen zurück?
- Welche Rücklagen entstanden?
Genau solche Angaben gehören zu transparenten Mittelverwendungsberichten.
Bei den weltweiten Berichten der Zeugen Jehovas findet man stattdessen detaillierte Verkündigerzahlen, Taufen, Versammlungen und Predigtdienststatistiken.
Einen vergleichbaren konsolidierten weltweiten Finanzabschluss mit Einnahmen, Ausgaben, Vermögen und Rückflüssen veröffentlicht die Organisation öffentlich nicht.
Quelle für die veröffentlichten Dienststatistiken: Jehovas Zeugen – Weltweiter Dienstjahresbericht 2025
Stattdessen erfahren wir punktuell:
2023 seien mehr als zehn Millionen Dollar für Katastrophenhilfe ausgegeben worden.
Quelle: JW.org – Disaster Relief in 2023
Wir erfahren aber nicht, welche Versicherungsleistungen oder anderen Rückflüsse diesen Ausgaben gegenüberstanden.
Und wir können erst recht nicht sagen:
„Meine Spende nach dieser Katastrophe ist bei den Opfern dieser Katastrophe angekommen.“
Denn genau diese Zweckbindung besteht beim „weltweiten Werk“ nicht.
Das ist nicht automatisch unseriös – aber es verändert die Aussage
Ein zentraler allgemeiner Spendentopf ist keineswegs ungewöhnlich oder automatisch problematisch.
Wie gezeigt, empfiehlt selbst das DZI ungebundene Spenden, weil Organisationen dadurch flexibler reagieren können.
Quelle: DZI – Richtig spenden, wirksam helfen
Der entscheidende Punkt ist die Transparenz danach.
Bei Jehovas Zeugen ergibt sich eine bemerkenswerte Kombination:
Die Spende soll möglichst flexibel sein – die öffentliche Rechenschaft über ihre konkrete Verwendung bleibt gleichzeitig begrenzt.
Für den Spender bedeutet das:
Er überlässt der Organisation weitgehend die Entscheidung darüber, wofür sein Geld letztlich eingesetzt wird.
Und damit bekommt auch die Katastrophenwerbung eine andere Bedeutung
JW.org veröffentlicht seine Berichte zur Katastrophenhilfe prominent in der Reihe:
„How Your Donations Are Used“ – „Wie eure Spenden verwendet werden“.
Der Bericht für 2023 trägt den Titel:
“Disaster Relief in 2023—‘We See Firsthand Jehovah’s Love’”
Quelle: JW.org – Disaster Relief in 2023
Damit wird aus dem Hilfseinsatz gleichzeitig eine religiöse Botschaft.
Die Bruderschaft funktioniert.
Die Organisation kümmert sich.
Die Spenden wirken.
Und die Hilfe wird sogar als sichtbarer Ausdruck von „Jehovas Liebe“ interpretiert.
Das ist kommunikativ außerordentlich wertvoll.
Die entscheidende Rechnung fehlt
Deshalb reicht der Satz
„Wir haben zehn Millionen Dollar für Katastrophenhilfe ausgegeben“
für eine wirtschaftliche Analyse nicht aus.
Die relevante Rechnung müsste sämtliche Zahlungs- und Leistungsströme erfassen.
Auf der einen Seite stehen Spendengelder und andere tatsächliche Ausgaben.
Hinzu kommt der wirtschaftliche Wert kostenlos geleisteter Arbeitsstunden, privater Reisekosten und Sachspenden – Leistungen, die von den Mitgliedern getragen werden.
Auf der anderen Seite stehen mögliche Versicherungs- und staatliche Leistungen sowie der wirtschaftliche Wert wiederhergestellter Organisationsimmobilien.
Erst danach könnte man seriös feststellen:
Was war der tatsächliche Nettoaufwand?
Eine solche projektbezogene Nettoabrechnung veröffentlicht die Organisation nicht.
Kann die Organisation mit Katastrophenhilfe Gewinn machen?
Die präzise Antwort lautet:
Ja, wirtschaftlich ist das möglich.
Ob und in welchem Umfang es tatsächlich geschieht, können wir mit den öffentlich zugänglichen Zahlen nicht berechnen.
Der Houston-Fall zeigt den möglichen Mechanismus grundsätzlich:
- Die Arbeitskraft wird kostenlos von freiwilligen Zeugen Jehovas erbracht.
- Materialien werden teilweise gespendet oder günstiger beschafft.
- Weitere Infrastruktur kann kostenlos zur Verfügung stehen.
- Das beschädigte Haus ist versichert.
- Nach der Reparatur zahlt die Versicherung.
- Zumindest in einem dokumentierten Fall floss diese Versicherungszahlung anschließend in den Hilfsfonds.
Quellen: Houston Chronicle · Wachtturm 1. Juni 2003
Wenn Versicherungsleistungen in vergleichbaren Fällen höher sind als die tatsächlichen Kosten des Hilfsfonds, entsteht wirtschaftlich ein Überschuss.
Dieser kann anschließend selbstverständlich für andere Hilfsmaßnahmen eingesetzt werden.
Dann wäre er kein Unternehmensgewinn im klassischen handelsrechtlichen Sinn.
Aber wirtschaftlich bleibt der Punkt:
Die konkrete Reparatur hätte den Hilfsfonds nicht Geld gekostet, sondern ihm zusätzliche Mittel eingebracht.
Genau deshalb ist die pauschale Angabe von Bruttoausgaben ohne Nettoabrechnung unvollständig.
Und wer besitzt nachher den reparierten Königreichssaal?
Noch deutlicher wird das bei der organisationsinternen Infrastruktur.
JW.org erklärt selbst, dass die örtlichen Versammlungen ihre Königreichssäle reinigen, warten und kleinere Reparaturen durchführen.
Allein im Dienstjahr 2023 wurden nach Organisationsangaben 8.793 größere Wartungsprojekte an Königreichssälen durchgeführt. Die dafür genannten Kosten beliefen sich auf 76,6 Millionen Dollar.
Quelle: JW.org – Maintaining Our Kingdom Halls
Wenn Freiwillige nach einer Katastrophe einen beschädigten Königreichssaal wiederherstellen, leisten Mitglieder also kostenlose Arbeit an religiöser Infrastruktur.
Katastrophenhilfe kann damit gleichzeitig mehrere Funktionen erfüllen:
Sie hilft einem betroffenen Mitglied.
Sie mobilisiert die kostenlose Arbeitskraft der Gemeinschaft.
Und sie erhält beziehungsweise rekonstruiert die eigene religiöse Infrastruktur.
Gerade deshalb ist der Begriff „Hilfswerk“ analytisch zu grob.
Das ist kein karitatives Sozialwerk
Damit kommen wir zum entscheidenden Unterschied.
Wenn die Caritas eine Obdachlosenunterkunft betreibt, wird damit kein beschädigter Vermögenswert der katholischen Kirche wiederhergestellt.
Wenn die Malteser Menschen in Not helfen, erklären sie ausdrücklich, dass Religion, Herkunft oder politische Überzeugung dafür keine Rolle spielen.
Quelle: Malteser – Über uns
Wenn ADRA tätig wird, erklärt die Organisation ebenso ausdrücklich, Menschen unabhängig von Religion oder Weltanschauung zu helfen.
Quelle: ADRA Deutschland – Fragen und Antworten
Bei Jehovas Zeugen ist die Struktur eine andere.
Die eigene Publikation beschreibt es ausdrücklich:
Die Hilfe gilt zunächst den Brüdern in Not.
Freiwillige reparieren Häuser und Königreichssäle.
Menschen außerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft werden ebenfalls unterstützt – „when possible“, wenn es möglich ist.
Quelle: WOL – How Do We Help Our Brothers in Distress?
Der Houston-Sprecher brachte dieselbe Priorität auf die kurze Formel:
“Our scriptural obligation is immediately to our members.”
Quelle: Houston Chronicle
Das ist strukturell keine allgemeine Wohlfahrt.
Es ist zunächst organisierte Binnenhilfe.
Die eigene Gruppe hilft der eigenen Gruppe
Mitglieder spenden Geld.
Mitglieder spenden ihre Arbeitskraft.
Mitglieder setzen zusätzlich eigenes Geld bei örtlichen Hilfseinsätzen ein.
Und ein erheblicher Teil der Hilfe geht wiederum an Mitglieder derselben Religionsgemeinschaft und deren Häuser.
JW.org beschreibt diesen Mechanismus für 2023 selbst: Mehr als zehn Millionen Dollar seien aus dem weltweiten Werk verwendet worden; zusätzlich hätten Brüder und Schwestern persönliche Mittel sowie Zeit und Energie beigetragen.
Quelle: JW.org – Disaster Relief in 2023
Das kann für die Betroffenen sehr wertvoll sein.
Aber es sollte nicht mit einem allgemeinen karitativen Sozialwerk verwechselt werden.
Ein treffenderer Begriff ist:
institutionalisierte Selbsthilfe einer Religionsgemeinschaft.
Und ein Teil dieser „Hilfe“ erhält das eigene Vermögen
Noch deutlicher wird der Unterschied bei Königreichssälen und Kongresssälen.
2023 führte JW.org bei den Überschwemmungen in Nigeria neben 860 beschädigten oder zerstörten Häusern von Glaubensbrüdern ausdrücklich auch 90 überflutete Königreichssäle und einen Kongresssaal in der Schadensbilanz auf.
Quelle: JW.org – Disaster Relief in 2023
Nach Irma und Maria wurden allein in Puerto Rico 106 Königreichssäle und zwei Kongresssäle repariert.
Quelle: JW.org – Long-Term Relief Work in Puerto Rico
Natürlich darf eine Religionsgemeinschaft ihre Gebäude reparieren.
Aber die Wiederherstellung der eigenen religiösen Infrastruktur ist etwas anderes als karitative Hilfe.
Sie ist auch Vermögenserhalt.
Die Organisation bekommt dabei eine außergewöhnlich günstige Leistung
Die Helfer werden nicht bezahlt.
JW.org stellt genau dies selbst als Vorteil des Systems heraus.
Quelle: JW.org – Disaster Relief FAQ
Die kostenlose Arbeitsleistung ist aber selbst ein erheblicher wirtschaftlicher Wert.
Houston zeigt die Größenordnung besonders deutlich:
Eine Million kostenlose Arbeitsstunden für 723 Häuser und acht Königreichssäle.
Quelle: WOL – Liebe in Aktion: Ein Marathonhilfseinsatz
Bei Katastropheneinsätzen kann nun noch ein weiterer Geldstrom hinzukommen:
Versicherungsleistungen.
Der Wachtturm dokumentierte selbst mindestens einen solchen Rückfluss.
Quelle: Wachtturm, 1. Juni 2003
Damit kann ein bemerkenswerter Kreislauf entstehen:
Die Mitglieder spenden das Geld.
Die Mitglieder leisten die Arbeit kostenlos.
Die Hilfe geht primär an Mitglieder und eigene Einrichtungen.
Und bei versicherten Häusern können Versicherungsleistungen in den Hilfsfonds zurückfließen.
Wie hoch der tatsächliche Nettoaufwand danach noch ist, wissen wir nicht.
Eine entsprechende Gesamtabrechnung wird nicht veröffentlicht.
Katastrophenhilfe als Beweis für die eigene Organisation
Es gibt noch eine weitere Funktion dieser Hilfseinsätze.
Sie lassen sich hervorragend kommunizieren.
JW.org veröffentlicht sie professionell aufbereitet in der Reihe:
„How Your Donations Are Used“ – „Wie eure Spenden verwendet werden“.
Der Katastrophenbericht 2023 interpretiert die Hilfe ausdrücklich religiös und trägt den Titel:
“Disaster Relief in 2023—‘We See Firsthand Jehovah’s Love’”
Quelle: JW.org – Disaster Relief in 2023
Damit wird aus der Hilfe zugleich ein Beleg innerhalb der eigenen religiösen Erzählung:
Die Bruderschaft funktioniert.
Die Organisation kümmert sich.
Die Spendengelder wirken.
Jehova sorgt durch seine Organisation.
Das ist kommunikativ außerordentlich wertvoll.
Nach innen: Wer dazugehört, wird nicht allein gelassen
Die eigene Publikation über Katastrophenhilfe trägt bereits den Titel:
„How Do We Help Our Brothers in Distress?“
Quelle: WOL – How Do We Help Our Brothers in Distress?
Gerade für Mitglieder enthält das eine starke Botschaft:
Wer zu dieser weltweiten Bruderschaft gehört, kann im Notfall mit Unterstützung rechnen.
Die Grenze zwischen „uns“ und „den anderen“ wird dabei nicht aufgehoben.
Die eigenen Publikationen machen sie sichtbar:
den Glaubensbrüdern wird unmittelbar geholfen;
anderen ebenfalls – „wenn möglich“.
Die Katastrophenhilfe ist damit nicht nur materielle Hilfe.
Sie ist auch Gemeinschaftsbildung und Binnenbindung.
Nach außen: Bilder, die sich hervorragend verkaufen lassen
Gleichzeitig entstehen Bilder, gegen die sich kaum jemand wenden kann:
freiwillige Helfer,
wiederaufgebaute Häuser,
Lebensmittel,
Menschen, die einander unterstützen.
Das erzeugt ein positives Bild der Religionsgemeinschaft.
Daran ist für sich genommen nichts ungewöhnlich. Auch Caritas, Johanniter oder ADRA berichten selbstverständlich über ihre Arbeit.
Der interessante Unterschied liegt in der Rechnung dahinter.
Bei Jehovas Zeugen wird eine Leistung kommunikativ der Organisation zugerechnet, die zu einem erheblichen Teil von Mitgliedern selbst finanziert und erbracht wird.
JW.org bestätigt ausdrücklich, dass neben den zentral ausgewiesenen Geldern persönliche Mittel, Zeit und Energie der Mitglieder in die Hilfsmaßnahmen einfließen.
Quelle: JW.org – Disaster Relief in 2023
Die Organisation kann damit die Leistung ihrer Mitglieder zugleich als Beleg für die Leistungsfähigkeit der Organisation präsentieren.
Die Hilfe ist real – die Selbstdarstellung erzählt aber nur einen Teil der Geschichte
Die freiwilligen Helfer sind real.
Die reparierten Häuser sind real.
Die Lebensmittel sind real.
Darüber braucht man nicht zu streiten.
Aber die entscheidende analytische Frage lautet nicht:
„Wird dort tatsächlich geholfen?“
Sondern:
Was genau leistet die Organisation selbst – und was wird ihr kommunikativ zugerechnet?
Wenn Mitglieder Geld spenden,
Mitglieder unbezahlt arbeiten,
Mitglieder eigene Kosten tragen,
Mitglieder andere Mitglieder unterstützen,
gleichzeitig Organisationsimmobilien repariert werden
und bei versicherten Privathäusern möglicherweise Versicherungsleistungen zurückfließen,
dann ist die Bezeichnung „Millionen Dollar Katastrophenhilfe“ ohne Nettoabrechnung erklärungsbedürftig.
Es ist auch Marketing
Man muss der Organisation nicht unterstellen, sie helfe ausschließlich aus PR-Gründen.
Das können wir nicht wissen.
Aber ebenso wenig kann man ignorieren, dass diese Hilfe einen erheblichen Kommunikations- und Legitimationswert besitzt.
Die Organisation selbst macht sie zum Gegenstand professioneller Öffentlichkeitsarbeit.
Sie verwendet sie in der Reihe „Wie eure Spenden verwendet werden“.
Sie verwendet sie zur Demonstration der Stärke der weltweiten Bruderschaft.
Und sie interpretiert sie ausdrücklich als sichtbaren Ausdruck „von Jehovas Liebe“.
Quelle: JW.org – Disaster Relief in 2023
Deshalb kann Katastrophenhilfe gleichzeitig sein:
- Binnenhilfe,
- Vermögenserhalt,
- Gemeinschaftsbindung,
- Legitimation der Spendenpraxis
- und positive Öffentlichkeitsarbeit.
Das alles kann gleichzeitig wahr sein.
Nur eines sollte man daraus nicht machen:
den Eindruck eines klassischen karitativen Sozialwerks, das seine Ressourcen vorrangig dafür einsetzt, Not unabhängig von Mitgliedschaft und institutionellem Eigeninteresse zu lindern.
Denn genau das zeigen die eigenen Veröffentlichungen der Zeugen Jehovas nicht.
Und genau hier wird die Bibel interessant
Ausgerechnet die Geschichte vom barmherzigen Samariter funktioniert anders.
Der Samariter hilft nicht „zuerst seinen eigenen Leuten“.
Die Pointe der Geschichte besteht gerade darin, dass er die Grenze zwischen religiösen Gruppen überschreitet.
Er hilft einem Fremden.
Und die ersten Christen kümmerten sich nicht nur nach Katastrophen um ihre Mitglieder.
Die Apostelgeschichte berichtet von einer täglichen Versorgung Bedürftiger.
Das war Alltag.
Genau eine solche institutionelle Struktur lässt sich bei Jehovas Zeugen heute nicht erkennen.
Und gleichzeitig entstehen Medien- und Bauprojekte in enormem Umfang
Das macht den Kontrast interessant.
Für das Dienstjahr 2023 nennt JW.org mehr als 500 Millionen Dollar allein für Kauf, Bau, Renovierung und Unterhaltung von Königreichs- und Kongresssälen.
Quelle: JW.org – Construction That Helps Us to Preach
Auch langfristige internationale Medienprojekte lassen sich organisieren.
Für die Serie „The Good News According to Jesus“ gingen den Dreharbeiten nach eigener Darstellung drei Jahre Planung und Vorbereitung voraus. Das Projekt wurde mit einer geplanten Gesamtlänge von rund 1.000 Minuten angekündigt.
Quelle: JW.org – The Good News According to Jesus Begins Filming
Allein am Bau der historischen Filmsets waren nach JW.org mehr als 500 freiwillige Helfer beteiligt.
Quelle: JW.org – Episode 1 Filming Milestone
Organisationskraft ist also vorhanden.
Geld ist vorhanden.
Freiwillige Arbeitskraft ist vorhanden.
Was nicht vorhanden ist, ist ein vergleichbares dauerhaftes karitatives Netz:
Keine Krankenhäuser wie bei den Adventisten.
Keine Pflegeinfrastruktur wie bei Caritas und Diakonie.
Keine internationale humanitäre Hilfsorganisation wie ADRA.
Keine vergleichbare institutionalisierte Obdachlosen-, Suppenküchen- oder allgemeine Sozialhilfe.
Und selbst bei finanzieller Not eigener Mitglieder verweist das interne amerikanische Dokument „Resources for Distressed Households“ in erheblichem Umfang auf staatliche und externe Programme.
Quelle: Resources for Distressed Households – USA Nationwide
Wer hilft hier eigentlich wem – und wer bezahlt dafür?
Vielleicht ist das deshalb die bessere Frage als:
„Leisten Jehovas Zeugen Katastrophenhilfe?“
Natürlich tun sie das.
Die interessantere Frage lautet:
Wer erbringt diese Hilfe?
Zum großen Teil die Mitglieder.
Wer finanziert sie?
Ebenfalls die Mitglieder – durch Spenden, persönliche Mittel und teilweise eigene Kosten.
Wer erhält sie?
In erster Linie andere Mitglieder sowie die eigene religiöse Infrastruktur.
Was geschieht mit Versicherungsleistungen?
In mindestens einem von der Organisation selbst dokumentierten Fall floss eine Versicherungszahlung nach der Reparatur in den Hilfsfonds zurück.
Quelle: Wachtturm, 1. Juni 2003
Weitere ehemalige Helfer berichten von vergleichbaren Mechanismen; diese Aussagen sind jedoch als Zeugenaussagen und nicht als bewiesene allgemeine Regel zu behandeln.
Sekundärquelle: ExJW Analyzer – Disaster Relief Finances
Wie viel kostet die Hilfe die Organisation tatsächlich netto?
Das wissen wir nicht.
Und zwar nicht, weil sich diese Frage wirtschaftlich nicht beantworten ließe.
Sondern weil die dafür notwendigen Daten öffentlich nicht in einer vollständigen Nettoabrechnung vorgelegt werden.
Fazit
Die Katastrophenhilfe der Zeugen Jehovas ist keine Fiktion.
Freiwillige Zeugen investieren enorme Mengen Zeit und Arbeitskraft. Sie helfen Menschen, deren Häuser zerstört wurden.
Das verdient Anerkennung.
Aber diese Anerkennung gebührt zunächst den Menschen, die die Arbeit tatsächlich leisten.
Für die Bewertung der Organisation muss man genauer hinschauen.
Ihre eigene Beschreibung zeigt, dass die Katastrophenhilfe in erster Linie auf die eigene Glaubensgemeinschaft ausgerichtet ist.
Quelle: WOL – How Do We Help Our Brothers in Distress?
Sie dient zugleich der Wiederherstellung eigener religiöser Infrastruktur.
Quelle: JW.org – Hurricane Irma and Maria Relief Efforts
Sie wird wesentlich durch unbezahlte Arbeit und zusätzliche Leistungen der Mitglieder getragen.
Quelle: JW.org – Disaster Relief FAQ
Und zumindest in einem von der Organisation selbst dokumentierten Fall floss nach Abschluss der Reparatur eine Versicherungsleistung in den Hilfsfonds zurück.
Quelle: Wachtturm, 1. Juni 2003
Ob dadurch bei einzelnen Einsätzen oder insgesamt Überschüsse entstehen, lässt sich mangels transparenter Nettoabrechnung nicht feststellen.
Aber gerade diese Möglichkeit ist der Grund, warum eine solche Abrechnung nötig wäre.
Wer mit Millionenbeträgen wirbt, sollte auch zeigen können, wie diese Zahl zustande kommt.
Wie viel wurde tatsächlich ausgegeben?
Wie viel Arbeit wurde kostenlos geleistet?
Welche Sachspenden gab es?
Wie viel floss in eigene Immobilien?
Welche Versicherungs- oder staatlichen Leistungen erhielten die Eigentümer?
Wie viel davon kam anschließend zurück?
Und was blieb am Ende tatsächlich als finanzieller Aufwand der Organisation?
Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, erzählt die Zahl auf JW.org nur einen Teil der Geschichte.
Die Katastrophenhilfe der Zeugen Jehovas kann beeindruckende gegenseitige Hilfe innerhalb der Gemeinschaft zeigen.
Sie ist aber kein Ersatz für ein dauerhaftes karitatives Sozialwerk.
Und sie ist schon gar nicht ohne Weiteres mit Caritas, Diakonie, Maltesern, Johannitern oder ADRA vergleichbar.
Vielleicht zeigt sich christliche Nächstenliebe am Ende weniger daran, wie schnell eine Organisation nach einem Hurrikan ihren eigenen Mitgliedern und ihren eigenen Gebäuden hilft.
Sondern daran, welche Strukturen sie an den ganz normalen Tagen aufgebaut hat:
für den Hungrigen,
für den Kranken,
für den Obdachlosen,
für den Flüchtling,
für den alten Menschen
und für den Fremden, der niemals Mitglied dieser Religion werden wird.
Quellenverzeichnis
- Caritas Deutschland – Die Caritas in Zahlen
- Caritas Deutschland – Finanzierung
- Diakonie Deutschland – Einrichtungsstatistik
- Malteser – Über uns
- Johanniter-Unfall-Hilfe – Über uns
- Brot für die Welt – Jahresbericht
- Misereor – Transparenz
- Seventh-day Adventist Church – World Statistics
- ADRA Deutschland – Fragen und Antworten
- Jehovas Zeugen – Weltweiter Dienstjahresbericht 2025
- JW.org – How Do Jehovah’s Witnesses Use Donations?
- JW.org – Do Jehovah’s Witnesses Assist With Disaster Relief?
- WOL – How Do We Help Our Brothers in Distress?
- Jehovas Zeugen – Jahrbuch 1993 / Hurrikan Andrew
- JW.org – Hurricane Irma and Maria Relief Efforts
- JW.org – Long-Term Relief Work in Puerto Rico Reaches Completion
- JW.org – Construction That Helps Us to Preach
- JW.org – Maintaining Our Kingdom Halls
- WOL – Liebe in Aktion: Ein Marathonhilfseinsatz
- Wachtturm, 1. Juni 2003 – Giving That Pleases God
- JW.org – Disaster Relief in 2023
- JW.org – Surplus Offsets a Deficiency
- JW Donations – Worldwide Work
- Houston Chronicle, 22. September 2001
- Announcements and Reminders S-147-22.11-E_Us
- Resources for Distressed Households – USA Nationwide
- ExJW Analyzer – Disaster Relief Finances & The Insurance Question
- § 525 BGB – Schenkung unter Auflage
- § 527 BGB – Nichtvollziehung der Auflage
- DZI – Die 7 Spenden-Siegel-Standards
- DZI – Richtig spenden, wirksam helfen
- JW.org – The Good News According to Jesus Begins Filming
- JW.org – Episode 1 Filming Milestone


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