Prüft alles. Außer uns!

Stellen wir uns vor, jemand möchte ein Auto kaufen.

Der Verkäufer ist freundlich, gut vorbereitet und spricht viel von Sicherheit, Verantwortung und Vertrauen. Auf dem Tisch liegen glänzende Prospekte. Die Marke wirkt solide. Alles klingt vernünftig.

Dann sagt der Verkäufer:

„Prüfen Sie unbedingt alle anderen Marken. Lesen Sie Testberichte. Schauen Sie sich Unfallstatistiken an. Fragen Sie frühere Kunden. Vergleichen Sie Garantiebedingungen, Rückrufaktionen und Langzeiterfahrungen. Vertrauen Sie keinem Hersteller einfach blind.“

Das klingt gut. Fast sympathisch.

Der Kunde nickt und sagt: „Sehr vernünftig. Dann mache ich das bei Ihrer Marke natürlich auch. Ich lese unabhängige Tests, schaue mir alte Werbeversprechen an, suche nach Rückrufen und spreche mit früheren Kunden.“

Plötzlich wird der Verkäufer ernster.

„Nein, bei unserer Marke ist das nicht nötig. Unsere eigenen Unterlagen reichen. Kritische Berichte sind oft aus dem Zusammenhang gerissen. Ehemalige Kunden sind meist enttäuscht oder verbittert. Negative Informationen könnten Ihr Vertrauen beschädigen. Bleiben Sie lieber bei unseren offiziellen Materialien.“

Spätestens jetzt würde jeder normale Mensch misstrauisch werden.

Nicht, weil damit schon bewiesen wäre, dass das Auto schlecht ist. Sondern weil ein Anbieter, der Prüfung nur bei der Konkurrenz empfiehlt, bei sich selbst aber empfindlich reagiert, offensichtlich etwas zu verbergen hat oder zumindest keine echte Transparenz möchte.

Oder nehmen wir ein Restaurant.

Der Wirt sagt: „Schauen Sie sich unbedingt die Bewertungen der anderen Restaurants an. Prüfen Sie die Zutaten. Fragen Sie nach Hygiene. Achten Sie darauf, ob die Gäste zufrieden sind.“

Der Gast antwortet: „Gute Idee. Dann schaue ich mir Ihre Bewertungen auch an. Darf ich einen Blick in die Küche werfen?“

Der Wirt legt die Speisekarte weg und sagt: „Unsere Bewertungen sollten Sie nicht lesen. Fragen Sie auch keine ehemaligen Mitarbeiter. Die Küche ist nur für autorisierte Personen. Vertrauen Sie einfach unserem Haus.“

Man muss kein Sternekoch sein, um zu merken: Hier riecht etwas. Und zwar nicht nach frischem Basilikum….

Genau an diesem Punkt wird die Literatur der Zeugen Jehovas interessant. Denn nach außen fordert der Wachtturm Menschen ausdrücklich dazu auf, ihre Religion zu prüfen. Das klingt offen, vernünftig und mutig.

Aber sobald dieselbe Prüfung in Richtung der eigenen Organisation geht, ändert sich der Ton.

Dann ist Prüfung nicht mehr einfach Prüfung.

Dann wird sie zur Gefahr.

Und wer trotzdem prüft, bekommt schnell erklärt, dass nicht vielleicht die Organisation ein Problem hat, sondern der eigene Kopf.

Wenn Kontrolle als Schutz verkauft wird:

Dieses Muster kennt man auch aus anderen Bereichen. Überall dort, wo eine Institution sehr viel bestimmen will, wird es schnell unangenehm, wenn Menschen anfangen, selbst nachzusehen.

Kirchliche Autoritäten wollten lange kontrollieren, wer die Bibel lesen und wie sie verstanden werden durfte. Die Begründung klang fromm: Man wolle Menschen vor falschen Schlüssen schützen. Praktisch bedeutete es aber oft: Die Menschen sollten nicht ohne Aufsicht zu eigenen Ergebnissen kommen.

Auch der Fall Galileo zeigt dieses Muster. Da ging es nicht nur um Sterne und Planeten. Es ging auch darum, dass eine Autorität nicht wollte, dass jemand ihre Sicht der Dinge infrage stellt. Galileo wurde nicht einfach mit besseren Argumenten widerlegt. Er wurde zum Schweigen gebracht.

Und in politischen Systemen sieht man dasselbe noch brutaler. Unabhängige Medien, freie Forschung, offene Diskussionen und abweichende Meinungen sind dort gefährlich, wo Menschen nicht selbst prüfen sollen.

Natürlich ist nicht alles dasselbe. Eine Kirche früherer Jahrhunderte, ein politisches System und eine moderne Religionsgemeinschaft sind nicht identisch. Darum geht es auch nicht.

Es geht um das Muster.

Eine Institution sagt: „Prüft alles da draußen.“

Aber sobald jemand sagt: „Gut, dann prüfe ich euch auch“, wird es plötzlich kritisch.

Dann heißt es: Das ist gefährlich. Das sind Lügen. Das kommt von den Falschen. Das schadet deinem Vertrauen.

Und genau da wird es interessant.

Denn Wahrheit hat normalerweise keine Angst vor Prüfung.

Sie kann sagen: „Schau hin.“

Macht sagt eher: „Schau lieber woanders hin.“

Wahrheit hält Fragen aus.

Macht entscheidet gern, welche Fragen überhaupt gestellt werden dürfen.

Wahrheit muss nicht sagen: Informiere dich nur über unsere offiziellen Quellen. Lies nichts Kritisches. Höre nicht auf ehemalige Mitglieder. Schau dir keine unabhängige Dokumentation über uns an.

Wenn jemand so etwas sagt, sollte man hellhörig werden.

Ich habe einmal etwas bestellt. Die Ware kam schnell, war gut verpackt, aber sie entsprach nicht ganz der Beschreibung. Ich schrieb eine Bewertung. Keine wütende Abrechnung, kein Drama. Ich schrieb, was gut war, und ich schrieb, was nicht passte.

Für mich war das kein Weltuntergang. Ich konnte mit der Ware trotzdem etwas anfangen. Für andere Kunden hätte genau dieser Fehler aber bedeuten können: unbrauchbar.

Meine Hoffnung war einfach: Vielleicht passt das Unternehmen die Beschreibung an.

Was passierte?

Die Beschreibung blieb unverändert. Meine Bewertung wurde nie veröffentlicht.

Und genau das sagt viel. Ein Unternehmen, das Kritik nicht nutzt, um besser zu werden, sondern sie verschwinden lässt, sagt mehr über sich selbst als über die Kritik.

Würde ich dort wieder bestellen?

Sicher nicht.

Und genau so wirkt die Wachtturm-Logik: Kritik ist gut, solange sie nach außen zeigt. Prüfung ist gut, solange sie andere betrifft. Aber sobald die eigene Beschreibung nicht zur gelieferten Ware passt, verschwindet die Bewertung lieber im Papierkorb.

Erst klingt alles sehr vernünftig

Im Wachtturm vom Juli 2013 steht als Artikelüberschrift:

„Warum die eigene Religion hinterfragen?“

Quelle: Der Wachtturm, Juli 2013, Titelthema „Kann man den Religionen vertrauen?“, Artikel „Warum die eigene Religion hinterfragen?“.

Schon diese Frage ist stark. Sie klingt offen. Sie klingt nach Selbstprüfung. Sie klingt nach: Glauben darf nicht blind sein.

Der Artikel arbeitet mit einem einleuchtenden Bild. Wer sich einem Chirurgen anvertraut, möchte vorher wissen, ob dieser vertrauenswürdig ist. Dann folgt der religiöse Vergleich:

„Wer einer Glaubensgemeinschaft angehört, legt ihr ebenfalls sein Leben in die Hand“

Quelle: Der Wachtturm, Juli 2013, Artikel „Warum die eigene Religion hinterfragen?“.

Das ist bemerkenswert klar.

Eine Glaubensgemeinschaft beansprucht nicht nur ein paar Sonntage, ein paar Lieder und ein bisschen Moral. Sie greift tief in das Leben ein: Denken, Familie, Gewissen, Sexualität, Zukunft, Freundschaften, Angst, Hoffnung und manchmal sogar medizinische Entscheidungen.

Wenn eine Religion so viel Einfluss beansprucht, muss sie besonders gründlich prüfbar sein.

Der Artikel liefert sogar den Maßstab gleich mit:

„Jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt“

Quelle: Der Wachtturm, Juli 2013, Artikel „Warum die eigene Religion hinterfragen?“, mit Bezug auf Lukas 6:44.

Sehr gut.

Dann schauen wir auf die Früchte.

Nicht nur auf schöne Videos, freundliche Gesichter und saubere Broschüren. Sondern auf das, was tatsächlich passiert.

Wie geht die Organisation mit Kritik um? Wie mit Aussteigern? Wie mit Familien, die unterschiedlich glauben? Wie mit früheren Fehlern? Wie mit Menschen, die nach ehrlicher Prüfung zu einem anderen Ergebnis kommen?

Das ist keine feindliche Methode.

Das ist genau die Methode, die der Wachtturm selbst empfiehlt.

Nur eben diesmal mit Rückadresse.

Im Wachtturm Nr. 4 von 2016 lautet eine weitere Überschrift:

„Hinterfragen lohnt sich“

Quelle: Der Wachtturm, Nr. 4 2016, Artikel „Hinterfragen lohnt sich“.

Auch das ist ein sehr guter Satz.

Hinterfragen lohnt sich wirklich. Besonders dann, wenn eine religiöse Organisation behauptet, Gottes sichtbare Organisation auf der Erde zu sein.

Der Artikel formuliert als Prüfmaßstab:

„Man muss die Bibel als Maßstab anlegen.“

Quelle: Der Wachtturm, Nr. 4 2016, Artikel „Hinterfragen lohnt sich“.

Und dann stellt er die entscheidende Frage:

„Stimmen die Lehren meiner Kirche wirklich mit der Bibel überein?“

Quelle: Der Wachtturm, Nr. 4 2016, Artikel „Hinterfragen lohnt sich“.

Wieder: völlig berechtigt.

Nur wird es spannend, wenn man diese Frage nicht nur an „meine Kirche“ richtet, sondern an Jehovas Zeugen selbst.

Stimmen ihre Lehren wirklich mit der Bibel überein? Stimmen sie mit ihrer eigenen Geschichte überein? Stimmen sie mit früheren Wachtturm-Aussagen überein? Stimmen sie mit ihrem Umgang mit Aussteigern überein? Stimmen sie mit der Behauptung überein, man liebe Wahrheit mehr als Organisation?

Bei anderen Religionen ist diese Frage offenbar vernünftig.

Bei der eigenen Organisation wird dieselbe Frage schnell unangenehm.

Und genau dort beginnt der Widerspruch.

Dabei ist die Aufforderung zum Prüfen keineswegs abwegig. Auch im 1. Johannesbrief heißt es:

„Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn viele falsche Propheten sind hinausgegangen in die Welt.“

Quelle: 1. Johannes 4:1, Lutherbibel.

Die Wachtturmgesellschaft ist sehr schnell dabei, solche Grundsätze auf andere Religionen anzuwenden. Dort soll geprüft werden. Dort soll man nicht blind vertrauen. Dort soll man religiöse Aussagen am Maßstab der Bibel messen.

Einverstanden.

Dann aber bitte konsequent.

Das Prüfprogramm ist gut. Es müsste nur auch für die eigene Organisation gelten.

Im Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt gibt es ein Kapitel mit der Überschrift:

„Warum man seine Religion prüfen sollte“

Quelle: Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, Kapitel 2, „Warum man seine Religion prüfen sollte“.

Dort wird nicht nur allgemein zum Prüfen aufgefordert. Es heißt sogar:

„jeder einzelne von uns unbedingt seine Religion prüfen“

Quelle: Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, Kapitel 2, Absatz 4.

Das ist fast schon wunderbar. „Unbedingt“ prüfen.

Nicht oberflächlich. Nicht nur bei anderen. Nicht nur katholisch, evangelisch, muslimisch oder sonst irgendwas. Sondern: die eigene Religion.

Und dann wird es noch konkreter:

„Wir müssen nicht nur prüfen, was wir persönlich glauben“

Quelle: Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, Kapitel 2, Absatz 5.

Genau. Nicht nur persönliche Ansichten, sondern auch die Religionsgemeinschaft, der man angehört.

Denn Religion besteht nicht nur aus privaten Gedanken. Sie besteht aus Lehren, Autoritäten, Regeln, sozialem Druck, Zugehörigkeit und Konsequenzen.

Bis hierher könnte man sagen: Der Wachtturm hat ein ziemlich gutes Prüfprogramm geschrieben.

Das Problem ist nur: Dieses Prüfprogramm scheint vor allem für andere gedacht zu sein.

Der Frucht-Test wird unbequem

Der Satz „Jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt“ ist gefährlich, wenn man ihn ernst nimmt. Nicht gefährlich für Wahrheit. Aber gefährlich für Systeme, die gern über Wahrheit sprechen, ihre eigenen Ergebnisse aber nicht gern anschauen.

Denn Früchte sind keine Behauptungen.

Früchte sind Folgen.

Welche Früchte bringt es hervor, wenn Menschen Angst haben, Zweifel offen auszusprechen?

Welche Früchte bringt es hervor, wenn ehemalige Mitglieder gemieden oder geächtet werden?

Welche Früchte bringt es hervor, wenn Familienbeziehungen vom religiösen Status abhängen?

Welche Früchte bringt es hervor, wenn Kritik nicht erst sachlich geprüft, sondern sofort verdächtig gemacht wird?

Welche Früchte bringt es hervor, wenn frühere Lehren geändert werden, aber Menschen, die diese Lehren vorher kritisiert haben, damals als gefährlich galten?

Welche Früchte bringt eine Organisation hervor, die Menschen zum Prüfen auffordert, aber später vor eigener Urteilsbildung warnt?

Die Frucht heißt dann nicht Wahrheit.

Sie heißt Angst und Kontrolle.

Und diese Frucht schmeckt selten süß.

Ein aktiver Zeuge Jehovas wird auf die Frage nach den Früchten seiner Religion vermutlich oft antworten: „Wir haben Liebe untereinander.“

Und ja, für manche fühlt sich das sicher auch so an. Viele erleben Gemeinschaft, Nähe, Freundschaft und Zusammenhalt. Das sollte man nicht einfach abtun.

Aber eine Organisation kann sich nicht nur an den schönen Erfahrungen ihrer loyalen Mitglieder messen lassen. Sie muss sich auch an den Erfahrungen derer messen lassen, die gegangen sind, verletzt wurden oder ausgeschlossen wurden.

Wer Liebe als Frucht beansprucht, muss sich fragen lassen, warum Aussteiger soziale Verluste fürchten, warum Familien auseinanderbrechen, warum kritische Informationen gemieden werden sollen und warum so viel Energie darauf verwendet wird, Mitglieder vor unerwünschten Stimmen zu schützen.

Liebe, die nur innerhalb der Loyalitätsgrenzen funktioniert, ist keine freie Liebe.

Sie ist Zugehörigkeit mit Bedingungen.

Sobald es um die eigene Organisation geht, klingt es anders

Wenn es um die eigene Religion geht, hört man in der Wachtturm-Literatur eine andere Tonlage.

Im Wachtturm von 1960 steht die Zwischenüberschrift:

„UNTERWIRF DEIN DENKEN DEM SCHÖPFER“

Quelle: Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich, 1. Mai 1960, Artikel „Behüte dein Denkvermögen“, S. 262-263.

Abner für sich genommen klingt das religiös sogar noch nachvollziehbar. Ein gläubiger Mensch soll sein Denken an Gott ausrichten.

Aber die entscheidende Frage lautet: Wer erklärt in der Praxis, was Gottes Denken ist?

Bei Jehovas Zeugen ist das nicht einfach die private Bibellesung. Es ist nicht einfach das persönliche Gewissen. Es ist nicht ein offenes Suchen nach Wahrheit.

In der Praxis tritt die Organisation dazwischen.

Mit „Schöpfer“ ist hier natürlich die Organization gemeinst, als Synonymie dafür muss häufig gehorsam vor Gott, Jehova oder den Schöpfer herhalten. Der Sinn ist immer der Selbe.

Sie erklärt, welche Lehre aktuell gilt. Sie erklärt, welche Deutung richtig ist. Sie erklärt, was „neues Licht“ ist. Sie erklärt, was gefährlich ist. Sie erklärt, welche Kritik abtrünnig ist. Sie erklärt, wann jemand loyal ist und wann nicht.

Im selben Artikel steht die Frage:

„Weshalb sollte man unabhängiges Denken meiden?“

Quelle: Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich, 1. Mai 1960, Artikel „Behüte dein Denkvermögen“, S. 263.

Und etwas später heißt es:

„Unabhängigkeit im Denken als Ziel ablehnen.“

Quelle: Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich, 1. Mai 1960, Artikel „Behüte dein Denkvermögen“, S. 263.

Da kippt es.

Vorher sollte man prüfen.

Jetzt soll man eine bestimmte Form eigener geistiger Selbstständigkeit meiden.

Natürlich wird das fromm begründet. Aber praktisch entsteht ein Problem: Wer unterscheidet noch sauber zwischen „Gott folgen“ und „der Organisation folgen“?

Sobald die Organisation behauptet, Gottes sichtbarer Kanal zu sein, wird Kritik an ihr religiös aufgeladen.

Aus einer sachlichen Frage wird dann ein geistiges Risiko.

Aus Prüfung wird Misstrauen.

Aus Gewissen wird Stolz.

Aus Widerspruch wird Gefahr.

Die Organisation wird zum Maßstab, aber nicht zum Prüfgegenstand.

Aus eigenem Denken wird ein Verdacht

Noch deutlicher wird es 1966. Dort lautet der Artikel:

„Geistige Unabhängigkeit oder Gefangenschaft unter Christus?“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 15. August 1966, S. 483-484.

Schon diese Gegenüberstellung ist bemerkenswert. Geistige Unabhängigkeit wird nicht einfach mit falschem Denken verglichen. Sie wird gegen Christus gestellt.

Das ist geschickt.

Denn wer möchte schon gegen Christus stehen?

Der Artikel spricht von:

„Personen, die unbedingt geistig unabhängig sein wollen“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 15. August 1966, S. 484.

Diese Menschen werden nicht einfach als Prüfende beschrieben. Nicht als Leute mit Gewissensfragen. Nicht als Menschen, die berechtigte Zweifel haben könnten.

Der Begriff wird negativ gerahmt.

Geistige Unabhängigkeit wird zur Gefahr, nicht zur Tugend.

Besonders aufschlussreich ist der Bezug auf die leitende Körperschaft. Dort heißt es, manche hätten:

„durch unabhängiges Denken daran zu zweifeln begonnen“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 15. August 1966, S. 484.

Woran zweifeln sie? Laut Artikel daran, dass Christus sich einer leitenden Körperschaft aus unvollkommenen Menschen bediene.

Genau da liegt der Kern.

Es geht nicht mehr nur darum, ob jemand Gott vertraut. Es geht darum, ob jemand eine menschliche Leitung als göttlich legitimierte Instanz akzeptiert.

Das ist der Punkt, an dem Prüfung gefährlich wird.

Nicht, weil Gott Fragen nicht aushalten könnte.

Sondern weil eine Organisation nervös wird, wenn ihre eigene Rolle geprüft wird.

Man sollte sich diesen Begriff „unabhängiges Denken“ wirklich einmal bewusst ansehen. In einer normalen Welt klingt freier Wille, kritisches Denken und eigene Urteilsbildung positiv. Es klingt nach Erwachsensein. Nach Verantwortung. Nach Gewissen.

In der Wachtturm-Logik wird daraus etwas Verdächtiges.

Und das sagt viel.

1983 wird es sehr deutlich

1983 wird es dann geradezu offen ausgesprochen. In einem Wachtturm-Artikel steht die Zwischenüberschrift:

„Der Kampf gegen unabhängiges Denken“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 15. April 1983, Artikel „Ausgerüstet für den Kampf gegen böse Geister“, S. 27.

Das ist eine Formulierung, bei der jede PR-Abteilung kurz das Licht ausmachen würde.

Der Wachtturm druckt sie.

Im Artikel wird beschrieben, dass manche darauf hinweisen, die Organisation habe in gewissen Punkten Änderungen vornehmen müssen. Daraus könnten sie schließen, man müsse sich selbst eine Meinung bilden.

Der Artikel nennt das:

„Das ist unabhängiges Denken.“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 15. April 1983, Artikel „Ausgerüstet für den Kampf gegen böse Geister“, S. 27.

Und dann folgt die Bewertung:

„Solches Denken ist ein Zeichen von Stolz.“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 15. April 1983, Artikel „Ausgerüstet für den Kampf gegen böse Geister“, S. 27.

Da ist die Tür zu.

Wer Änderungen bemerkt und daraus folgert, man müsse sich selbst ein Urteil bilden, gilt nicht als sorgfältig. Nicht als vernünftig. Nicht als jemand, der genau das tut, was der Wachtturm bei anderen Religionen empfiehlt.

Nein.

Stolz.

Und dann kommt die entscheidende Frage:

„Kommen wir ohne die Anleitung der Organisation Gottes aus?“

Die Antwort im Text lautet:

„Nein, das ist uns nicht möglich.“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 15. April 1983, Artikel „Ausgerüstet für den Kampf gegen böse Geister“, S. 27.

Damit ist die Struktur komplett.

Andere Religionen soll man prüfen. Die eigene Organisation braucht man. Ohne sie geht es nicht. Wer sie zu kritisch betrachtet, denkt gefährlich. Wer selbst eine Meinung bildet, zeigt Stolz.

Das ist kein offenes Prüfen mehr.

Das ist betreutes Denken.

Das ist nicht nur alte Literatur

Man könnte jetzt sagen: Gut, das sind alte Texte. 1960, 1966, 1983. Andere Zeit, anderer Ton.

Nur leider taucht dieselbe Denkfigur auch später wieder auf.

Im Wachtturm von 1999 heißt es:

„Leider lassen sich oft Menschen durch Stolz und unabhängiges Denken daran hindern, auf Lösungen von Jehova zu warten.“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 1. Oktober 1999, Artikel „Göttliche Rätsel und Gottes Vorsatz“, S. 26-27.

Auch hier steht „unabhängiges Denken“ nicht neutral da. Es wird zusammen mit Stolz genannt und als Hindernis beschrieben.

Noch deutlicher wird es in der Wachtturm-Studienausgabe vom 15. Juli 2006. Dort geht es um Menschen, die an bestimmten Punkten der christlichen Lehre Anstoß genommen und den irdischen Teil der Organisation Jehovas kritisiert haben. Der Artikel erklärt:

„Dabei kann Stolz eine Rolle spielen oder dass man in die Falle unabhängigen Denkens getappt ist.“

Quelle: Der Wachtturm, Studienausgabe, 15. Juli 2006, Artikel „Das Gute der Organisation Jehovas wahrnehmen“, Absatz 14.

Und weiter:

„Wo auch immer die Ursache liegt, solches Herumkritisieren ist gefährlich, weil man dadurch in weltliches Denken und Handeln zurückfallen kann.“

Quelle: Der Wachtturm, Studienausgabe, 15. Juli 2006, Artikel „Das Gute der Organisation Jehovas wahrnehmen“, Absatz 14.

Das ist bemerkenswert.

Kritik an der Organisation wird nicht zuerst als mögliche Sachfrage behandelt. Sie wird mit Stolz, einer Falle, unabhängigem Denken und weltlichem Denken verbunden.

Damit ist das Muster nicht einfach eine alte Peinlichkeit.

Es ist eine Linie.

Nach außen: Prüfe deine Religion.

Nach innen: Vorsicht vor Kritik an der Organisation.

Nach außen: Hinterfragen lohnt sich.

Nach innen: Wer kritisiert, könnte in die Falle unabhängigen Denkens geraten sein.

Das ist keine offene Wahrheitssuche.

Das ist eine Einbahnstraße.

Was das im Kopf macht

Man könnte meinen, es gehe hier nur um widersprüchliche Formulierungen. Einmal heißt es: Prüfe deine Religion. Ein anderes Mal heißt es: Hüte dich vor eigenem Denken. Fertig, Widerspruch gefunden.

Aber so einfach ist es nicht.

Der Widerspruch hat eine Funktion.

Er erzeugt ein System, in dem Prüfung nach außen erwünscht ist, nach innen aber begrenzt wird. Wer aus einer anderen Religion kommt, soll vergleichen, fragen, lesen, zweifeln und nach Beweisen suchen.

Wer aber innerhalb der Organisation beginnt, dieselbe Methode auf Jehovas Zeugen anzuwenden, bewegt sich plötzlich auf gefährlichem Gelände.

Außen wird Prüfung gefordert.

Innen wird Vertrauen verlangt.

Eine Person, die noch nicht zu Jehovas Zeugen gehört, soll fragen:

„Stimmen die Lehren meiner Kirche wirklich mit der Bibel überein?“

Quelle: Der Wachtturm, Nr. 4 2016, Artikel „Hinterfragen lohnt sich“.

Eine Person, die bereits zu Jehovas Zeugen gehört, soll dagegen lernen, dass bestimmte Formen eigener Urteilsbildung gefährlich sind. Im Wachtturm von 1983 heißt es:

„Solches Denken ist ein Zeichen von Stolz.“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 15. April 1983, Artikel „Ausgerüstet für den Kampf gegen böse Geister“, S. 27.

Hier wird nicht zuerst das Argument geprüft.

Es wird die Haltung des Fragenden bewertet.

Die Frage lautet dann nicht mehr: „Stimmt das, was du sagst?“

Die Frage lautet: „Warum denkst du überhaupt so?“

Damit verschiebt sich alles. Aus einem Sachproblem wird ein Charakterproblem. Aus Kritik wird ein Verdacht. Aus einem Menschen, der prüft, wird ein Mensch, der offenbar stolz ist.

Und wer möchte schon stolz sein? Wer möchte schon gegen Gott stehen? Wer möchte schon als jemand gelten, der sich über die Organisation erhebt?

So wird nicht die Frage widerlegt.

Der Fragende wird umdefiniert.

Das ist der eigentliche Trick.

Wenn eine Organisation sagt: „Prüfe andere Religionen“, dann gibt sie dem Menschen zuerst das Gefühl, selbstständig zu denken. Er erlebt sich als mutig, ehrlich und kritisch. Er verlässt vielleicht seine Herkunftsreligion und empfindet das als Befreiung.

Wenn derselbe Mensch später aber die Organisation der Zeugen Jehovas prüft, erlebt er diese Selbstständigkeit nicht mehr als Tugend, sondern als Gefahr.

Er hat gelernt: Zweifel an anderen Religionen sind vernünftig. Zweifel an der eigenen Organisation können Stolz, mangelndes Vertrauen oder geistige Schwäche bedeuten.

Kurz gesagt:

Prüfen ist erlaubt, solange es zur Konversion führt.

Prüfen wird problematisch, sobald es zur Revision führt.

Oder noch einfacher: Denken darf Türen öffnen, aber nicht die Ausgangstür.

Wer bestimmt, was überhaupt als Wahrheit zählt?

Hier geht es nicht nur um einzelne Lehren.

Es geht darum, wer bestimmen darf, wie man Wahrheit findet.

Welche Quellen darf man lesen? Welche Stimmen gelten als vertrauenswürdig? Welche Informationen gelten als gefährlich? Welche ehemaligen Mitglieder darf man ernst nehmen? Welche Kritik darf überhaupt zählen?

In einem offenen System würde man sagen: Prüfe alles. Lies auch kritische Stimmen. Vergleiche Aussagen. Sieh dir alte Literatur an. Höre Menschen zu, die gegangen sind. Bewerte die Argumente.

In einem geschlossenen System klingt es anders: Nutze vor allem genehmigte Quellen. Vertraue der Organisation. Meide gefährliche Informationen. Ehemalige Mitglieder sind keine Hilfe, sondern ein Risiko.

Das Problem ist dann nicht nur eine einzelne falsche Lehre.

Das Problem ist ein System, das kontrolliert, wie Wahrheit überhaupt gefunden werden darf.

Der Wachtturm sagt:

„Man muss die Bibel als Maßstab anlegen.“

Quelle: Der Wachtturm, Nr. 4 2016, Artikel „Hinterfragen lohnt sich“.

Das klingt offen.

Aber in der Praxis stellt sich die Frage: Wer darf bestimmen, wie dieser Maßstab angewendet wird? Der einzelne Leser? Das eigene Gewissen? Eine offene Diskussion? Oder am Ende doch die Organisation?

Denn im Wachtturm von 1983 wird gefragt:

„Kommen wir ohne die Anleitung der Organisation Gottes aus?“

Die Antwort lautet:

„Nein, das ist uns nicht möglich.“

Quelle: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, 15. April 1983, Artikel „Ausgerüstet für den Kampf gegen böse Geister“, S. 27.

Damit ist der Kreis geschlossen.

Man soll prüfen, aber offenbar nicht ohne die Organisation. Man soll die Bibel als Maßstab anlegen, aber nicht unabhängig von der Instanz, die erklärt, was dieser Maßstab bedeutet.

Man soll Wahrheit suchen, aber nur auf dem Weg, den die Organisation freigibt.

Das ist ungefähr so, als würde ein Lehrer sagen: „Denkt selbstständig. Aber nur mit dem Lösungsheft, das ich euch gebe. Und wer zu einem anderen Ergebnis kommt, hat ein Haltungsproblem.“

„Stolz“ beendet die Diskussion

Besonders wirksam ist der Begriff „Stolz“. Denn er beendet Diskussionen, bevor sie beginnen.

Wer eine Lehre hinterfragt, muss sich nicht mehr nur mit der Lehre beschäftigen. Er muss plötzlich seine Motive verteidigen.

Vielleicht bist du stolz.

Vielleicht vertraust du nicht genug.

Vielleicht lässt du dich beeinflussen.

Vielleicht willst du klüger sein als die Organisation.

Vielleicht bist du nicht demütig genug.

So wird aus Kritik Schuldgefühl. Aus Prüfung wird Gefahr. Aus Lesen wird ein schlechtes Gewissen.

Die Frage wird nicht widerlegt.

Der Fragende bekommt ein Etikett.

Das hat konkrete Folgen.

Jemand liest kritische Informationen und fühlt sich schuldig. Jemand stellt eine ehrliche Frage und überlegt vorher, wem er sie überhaupt stellen darf. Jemand kommt zu einem anderen Ergebnis und weiß, dass nicht nur eine Meinung auf dem Spiel steht, sondern Beziehungen, Familie, Zugehörigkeit und soziale Sicherheit.

Dann geht es nicht mehr nur um Ideen.

Dann geht es um den Preis, den man zahlt, wenn man selbst denkt.

Eine ehrliche Wahrheit müsste aushalten, dass Menschen fragen:

Eine Organisation, die Wahrheit beansprucht, aber selbstständige Prüfung gefährlich nennt, möchte die Autorität der Wahrheit haben, aber nicht den Stress echter Überprüfung.

Und genau deshalb ist die Frage so einfach:

Wenn Prüfung so wichtig ist, warum gilt sie dann nicht vollständig für die eigene Organisation?

Ist Wahrheit nur dann wertvoll, wenn sie bestätigt, was man ohnehin glauben soll?

Nur Zustimmung zählt als echte Prüfung

Am Ende zeigt sich der Trick sehr deutlich.

Die Prüfung ist nur dann erwünscht, wenn sie zum gewünschten Ergebnis führt.

Wenn jemand seine Religion prüft und Zeuge Jehovas wird, gilt das als Beweis: Er hat ehrlich gesucht und die Wahrheit gefunden.

Wenn jemand prüft und kein Zeuge Jehovas wird, heißt es sinngemäß: Dann hat er wohl nicht richtig geprüft, war nicht aufrichtig genug oder hat sich falsch beeinflussen lassen.

Und wenn jemand bereits Zeuge Jehovas ist, alte Literatur liest, Lehren vergleicht, Widersprüche bemerkt und deshalb Zweifel bekommt, dann wird nicht zuerst gefragt: „Sind seine Einwände vielleicht berechtigt?“

Stattdessen wird seine Haltung bewertet.

Dann ist er angeblich stolz, unabhängig, negativ beeinflusst oder geistig gefährdet.

Der Trick ist einfach:

Wer prüft und zustimmt, hat richtig geprüft.

Wer prüft und widerspricht, hat falsch geprüft.

In der Logik nennt man so etwas den „Kein wahrer Schotte“-Trick. Gemeint ist: Man schützt eine Behauptung, indem man jedes Gegenbeispiel einfach aussortiert.

Das klassische Muster lautet: „Kein wahrer Schotte tut so etwas.“ Wenn dann jemand einen Schotten zeigt, der es doch tut, heißt es: „Dann war er eben kein wahrer Schotte.“

Übertragen auf Jehovas Zeugen klingt das so:

Kein echter Wahrheitssucher würde die Organisation ablehnen. Wenn jemand sie doch ablehnt, war er eben kein echter Wahrheitssucher.

Oder im vertrauten Zeugen-Jehovas-Ton:

Er hatte Jehova nicht wirklich im Herzen. Er war nicht demütig genug. Jehova hat ihn noch nicht gezogen. Sein Vertrauen auf Jehova war zu gering. Er wollte vielleicht gar nicht wirklich die Wahrheit.

Damit kann die Organisation praktisch nie verlieren!

Zustimmung gilt als Beweis für die Wahrheit.

Widerspruch gilt nicht als Gegenargument, sondern als Beweis dafür, dass mit dem Widersprechenden etwas nicht stimmt.

Das ist keine offene Prüfung.

Das ist ein Prüfverfahren mit vorbestimmten Gewinner, oder direkt gesagt betrug.

Ähnlich funktioniert auch die bekannte Logik: Läuft etwas gut, war es Jehovas Segen. Läuft etwas schlecht, kommt es von Satan, der Welt, Verfolgung oder mangelndem Vertrauen.

Praktisch, oder und vor allem sehr einfach und ohne viel Nachdenken.

So kann die Organisation nie falschliegen. Erfolg bestätigt sie. Kritik bestätigt sie. Widerstand bestätigt sie. Selbst offensichtliche Probleme werden noch als Beweis gedeutet, dass Satan gegen „die Wahrheit“ kämpft.

Das ist kein Argument.

Das ist ein Totschlagargument.

Es sagt nicht: „Lass uns prüfen, ob die Kritik stimmt.

Es sagt: „Die Kritik beweist nur, dass wir recht haben.

Und damit ist jede echte Prüfung erledigt.

Jehovas Zeugen haben völlig recht: Religionen sollten geprüft werden. Man sollte nicht blind glauben. Man sollte Autoritäten hinterfragen. Man sollte die Früchte betrachten. Man sollte nicht aus Tradition, Angst oder Gruppendruck in einer Religion bleiben.

Einverstanden.

Dann wenden wir diesen Maßstab an.

Auf Jehovas Zeugen. Auf den Wachtturm. Auf die Leitende Körperschaft. Auf alte Literatur. Auf geänderte Lehren. Auf den Umgang mit Kritik. Auf den Umgang mit Aussteigern. Auf die Warnung vor eigener Urteilsbildung.

Wenn dieser Maßstab gut genug ist für alle anderen Religionen, ist er auch gut genug für die Organisation, die ihn selbst empfiehlt.

Eine echte Wahrheit müsste sagen können: Prüfe uns. Lies unsere alten Texte. Vergleiche unsere Aussagen. Höre auch ehemaligen Mitgliedern zu. Schau auf unsere Früchte. Und wenn du nach ehrlicher Prüfung zu einem anderen Ergebnis kommst, nehmen wir deine Gründe ernst.

Ein geschlossenes System sagt dagegen: Prüfe ruhig. Aber wenn du nicht bei uns landest, war deine Prüfung nicht echt.

Und genau deshalb ist der Widerspruch so entlarvend.

Wenn eine Religion das Prüfen nur so lange begrüßt, wie das Ergebnis vorher feststeht, verkauft sie keine Wahrheit.

Wenn jemand behauptet, Gottes irdische Organisation zu sein, sollte man sehr genau prüfen, auf welcher Grundlage diese Behauptung steht. Und zwar nicht nur mit internen Quellen, nicht nur mit offiziellen Erklärungen und nicht nur mit Material, das von genau dieser Organisation freigegeben wurde.

Das ist kein Stolz.

Das ist gesunder Menschenverstand.

Und es ist genau das, wozu die Bibel selbst auffordert: prüfen, unterscheiden, wachsam sein.

Wer das als Gefahr darstellt, schützt nicht die Wahrheit.

Er schützt seine Macht und seine Deutung.

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