Was sind Apokalypsen?
Apokalypsen (von griechisch apokálypsis – „Enthüllung“, „Offenbarung“) sind visionäre Schriften, die den Schleier über die unsichtbare Welt lüften wollen. Sie schildern himmlische Reisen, göttliche Geheimnisse, das Schicksal der Welt und das kommende Gericht – oft vermittelt durch Engel oder Christus selbst.
Anders als prophetische Texte richten sich Apokalypsen meist nicht an ein konkretes Volk in konkreter Lage, sondern enthüllen eine kosmische Perspektive: Gut gegen Böse, Licht gegen Finsternis, Zeit gegen Ewigkeit. Der Mensch steht dabei oft als Seelenwesen im Zentrum, das sich gegen dunkle Mächte behaupten muss – oder Erlösung durch Erkenntnis findet.
Entstehungszeit und Kontext:
Die meisten apokryphen Apokalypsen entstanden zwischen 100 v. Chr. und 300 n. Chr. – also in Zeiten politischer Unterdrückung, religiöser Umbrüche und wachsender Enttäuschung über die Weltordnung. Sie sind Ausdruck einer Widerstandshoffnung, aber auch Träger alternativer Theologien, oft gnostisch oder dualistisch geprägt.
Abgrenzung zum biblischen Kanon:
Nur die Offenbarung des Johannes fand Eingang in das Neue Testament. Andere Apokalypsen – etwa die des Petrus, des Paulus oder des Mose – wurden verworfen, da sie zu spekulativ, zu visionär oder zu doketisch erschienen. Heute ermöglichen sie faszinierende Einblicke in frühchristliche Strömungen, verdrängte Fragen und alternative Erlösungsbilder.
Apokryphen in knapper, alphabetisch sortierter Darstellung.
1. Apokalypse des Jakobus I
(Apokalypsen – gnostisch, ca. 200 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Diese gnostische Schrift schildert geheimes Wissen, das Jesus seinem Bruder Jakobus offenbart. Der Fokus liegt auf dem Seelenaufstieg durch feindliche Mächte nach dem Tod.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Überliefert im Nag-Hammadi-Codex; nie kanonisch.
2. Apokalypse des Jakobus II
(Apokalypsen – gnostisch, ca. 200 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Vertiefung der ersten Version: Jakobus erfährt von kosmischen Prüfungen und der Bedeutung geistiger Erkenntnis zur Erlösung.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nag Hammadi Codex V; keine kanonische Relevanz.
3. Apokalypse des Jakobus III
(Apokalypsen – gnostisch, ca. 200 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:Die dritte Version variiert das Thema nochmals mit stärkerer Betonung auf den dualistischen Weltentwurf.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nur fragmentarisch erhalten. Nie kanonisch.
4. Clemensbrief
(Briefe – christlich, ca. 140–160 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Predigtähnliches Schreiben aus dem 2. Jh., das frühchristliche Moral und Auferstehungsglauben thematisiert.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Teil des Codex Alexandrinus; nie kanonisch.
5. 3. Korintherbrief
(Briefe – christlich, ca. 170–220 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Ein pseudepigraphischer Brief, der doketische Irrlehren bekämpft. In Armenien teils kanonisch.📜 Quellenlage / Kanonstatus:
In Armenien teilweise kanonisch, im Westen nie.
6. Abgarbriefe
(Briefe – christlich, ca. 250–325 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Fiktiver Briefwechsel zwischen Jesus und König Abgar von Edessa – einer der ältesten Texte über Jesu weltweite Wirkung.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Zitiert bei Eusebius; nicht kanonisch.
7. Andreasakten (Acta Andreae)
(Apostelakte – manichäisch/christlich, ca. 150–200 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Schilderung wundersamer Missionsreisen und des Märtyrertods von Andreas. Mystisch-asketisch.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Griechisch/lateinisch überliefert; nie kanonisch.
8. Apokalypse Abrahams
(Apokalypsen – jüdisch, ca. 100 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Jüdische Visionenschrift über die Läuterung Abrahams und die Zukunft Israels.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nur in altslawischen Handschriften; nie kanonisch.
9. Apokalypse des Mose
(Apokalypsen – jüdisch, ca. 100 v.Chr.–100 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Auch als Leben Adams und Evas bekannt. Erzählung über Tod und Reue der Ureltern.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Vielfach überliefert, aber nie kanonisch.
10. Apokalypse des Paulus (NHC)
(Apokalypsen – gnostisch?, ca. 250–300 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Gnostischer Text mit „Enthüllungen“ des Paulus zur jenseitigen Welt.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nag Hammadi Codex V; nicht kanonisch.
11. Apokalypse des Petrus
(Apokalypsen – gnostisch, ca. 135 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Farbenprächtige Vision vom Jüngsten Gericht und den Strafen der Verdammten. Ethisch ausgerichtet, mit drastischen Höllenbildern. War im frühen Christentum beliebt.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Äthiopische und griechische Version. Kurzzeitig diskutiert, aber verworfen.
12. Arabisches Kindheitsevangelium
(Evangelien – volkstümlich/christlich, ca. 6. Jh. n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Beschreibt wundersame Kindheitstaten Jesu, etwa sprechende Tiere oder das Formen von Vögeln aus Lehm. Volkstümlich und fromm, theologisch oft naiv.📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Erhalten in arabischen Handschriften. Nie kanonisch, aber im Islam rezipiert (vgl. Koran).
13. Assumptio Mosis
(Apokalypsen – jüdisch, ca. 10–30 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Apokalyptische Abschiedsrede Moses mit Ausblick auf kommende Katastrophen, Fremdherrschaft und göttliches Gericht. Enthält messianische Hoffnung.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nur lateinisches Fragment erhalten. Weder im jüdischen noch christlichen Kanon.
14. Barnabasbrief
(Briefe – frühchristlich, ca. 100–130 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Alttestamentliche Typologien werden als Vorausdeutungen auf Christus gedeutet. Juden wird Verwerfung vorgeworfen, Christen als „neues Volk Gottes“ verstanden.📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Im Codex Sinaiticus enthalten; später nicht in Kanon aufgenommen.
15. Brief des Petrus an Philippus
(Briefe – gnostisch, ca. 200–250 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Ein gnostischer Dialogbrief, in dem Jesus seinen Jüngern postmortale Offenbarungen übermittelt. Kosmischer Dualismus und spirituelle Erlösung im Mittelpunkt.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nag Hammadi Codex VIII. Keine kanonische Relevanz.
16. Brief des Pilatus an Kaiser Tiberius
(Briefe – legendär, ca. 300–400 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Pilatus berichtet angeblich offiziell über das Verfahren gegen Jesus. Der Brief dient der Rechtfertigung gegenüber Rom. Rein legendär.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
In spätem Legendenkreis überliefert. Nie kanonisch.
17. Diatessaron (von Tatian)
(Evangelien – harmonisierend, ca. 170 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Ein harmonisierter Text, der die vier Evangelien zu einem durchgehenden Lebensbericht Jesu verschmilzt. Praktischer Gebrauchstext im Gottesdienst.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
In syrischen Kirchen verbreitet. Kein eigenständiger Kanontext.
18. Dialog des Erlösers
(Dialogschrift – gnostisch, ca. 150–200 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Gnostischer Gesprächstext, in dem Jesus über Seele, Illusion und Erlösung spricht. Erkenntnis statt Glaube führt zur Befreiung.📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nag Hammadi Codex III. Nie kanonisch.
19. Der Hirte des Hermas
(Visionen/Allegorie – frühchristlich, ca. 100–140 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Eine Allegorie über Buße, Sünde und Vergebung in Form von Visionen, Gleichnissen und Geboten. Starker moralischer Fokus.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Teilweise als kanonisch diskutiert (z. B. Codex Sinaiticus); später ausgeschlossen.
20. Ebionitenevangelium
(Evangelien – judenchristlich, ca. 100–130 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Judenchristlicher Text, in dem Jesus als Menschensohn beschrieben wird, aber ohne jungfräuliche Geburt. Stark auf Gesetzesbefolgung ausgerichtet.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nur fragmentarisch bei Epiphanius; nie kanonisch.
21. Evangelium der Ägypter
(Evangelien – enkratitisch/gnostisch, ca. 120–150 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Mystischer, fragmentarischer Text mit geheimen Offenbarungen. Enthält Diskussionen über Enthaltsamkeit und die Seele. Teilweise schwer verständlich.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nag Hammadi Codex III. Keine kanonische Stellung.
22. Evangelium der Maria (Magdalena)
(Evangelien – gnostisch, ca. 120–180 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Maria Magdalena tritt als führende Jüngerin auf. Thema: innere Erkenntnis, Überwindung der Angst und Ablehnung autoritärer Männerrollen.und die Rolle der Frau in der frühen Kirche.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Fragmentarisch überliefert (Papyrus Berolinensis). Nie kanonisch, aber theologisch stark rezipiert.
23. Evangelium der Wahrheit
(Evangelien – valentinianisch, ca. 150 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Ein meditativer, gnostischer Text über Unwissenheit, Trennung vom Ursprung und Rückkehr zur Erkenntnis durch den Erlöser.📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nag Hammadi Codex I. Nie kanonisch, valentinianisch beeinflusst.
24. Evangelium des Judas
(Evangelien – gnostisch, ca. 150–180 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Jesus offenbart Judas als einzigem Jünger die wahre kosmische Ordnung. Die Kreuzigung wird als Befreiung dargestellt. Provokant und unorthodox.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Codex Tchacos (1970er gefunden, 2006 publiziert). Nie kanonisch, aber kontrovers diskutiert.
25. Evangelium des Nikodemus (Pilatusakten)
(Evangelien – christlich/volkstümlich, ca. 300–400 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Auch als „Pilatusakten“ bekannt. Enthält Passionserzählung, Höllenfahrt Christi und Auferstehungsdialoge.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Breit überliefert im Mittelalter. Keine kanonische Relevanz, aber sehr beliebt.
26. Evangelium nach Thomas (Thomasevangelium)
(Evangelien – gnostisch, ca. 100–140 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Spruchsammlung von 114 Logien Jesu, teils bekannt, teils ungewöhnlich. Kein Erzählrahmen. Erkenntnis statt Kreuzestheologie.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Griechische Fragmente und vollständiger koptischer Text in Nag Hammadi Codex II. Nie kanonisch, aber intensiv erforscht.
27. Griechische Baruch-Apokalypse (3. Baruch)
(Apokalypsen – jüdisch, ca. 100–200 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Endzeitvision mit skurrilen kosmologischen Bildern (z. B. Engel, die Vögel erschaffen). Theologisch anspruchslos, aber symbolreich.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Griechisch und slawisch überliefert. Keine kanonische Aufnahme.
28. Hebräerevangelium
(Evangelien – judenchristlich, ca. 100–130 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Ein judenchristliches Evangelium, das wohl dem Matthäustext ähnelte, aber Gesetzestreue stärker betonte.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nur in Zitaten bei Hieronymus erhalten. Nie kanonisch.
29. Henoch 1 (äthiopisches Henochbuch)
(Apokalypsen – jüdisch/apokalyptisch, ca. 200 v.Chr.–100 v.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Visionen über gefallene Engel, Himmelsreisen und das Endgericht. Äußerst einflussreich auf frühes Christentum.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Vollständig nur in Äthiopisch erhalten. Im äthiopischen Kanon enthalten, sonst apokryph.
30. Johannesakten (Acta Ioannis)
(Apostelakte – gnostisch/christlich, ca. 160–180 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Missionsabenteuer des Apostels Johannes, betont geistige Reinheit, Askese und wundersame Machttaten. Stark dualistisch geprägt.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Teilweise auf Griechisch überliefert. Nie kanonisch.
31. Kindheitsevangelium nach Thomas
(Evangelien – volkstümlich, ca. 150 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Jesus als Kind: machtvoll, aber launisch – tötet Mitschüler, erweckt Tote, lernt zu heilen. Später wird er zahmer. Wunderreiche Kindheitsschilderung.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
In mehreren Sprachen überliefert. Theologisch problematisch, nie kanonisch.
32. Laodizenerbrief
(Briefe – pseudopaulinisch, ca. 200–300 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Ein kurzer pseudopaulinischer Brief, formal dem Kolosserbrief ähnlich. Inhaltlich belanglos. Wahrscheinlich eine Fälschung zur Vervollständigung der Paulus-Korrespondenz.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nur in der Vulgata überliefert. Von Luther abgelehnt; nie kanonisch.
33. Nazaräerevangelium
(Evangelien – judenchristlich, ca. 100–130 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Ein weiteres judenchristliches Evangelium, wohl mit Bezug zum Matthäus-Text. Betont Jesus als jüdischen Lehrer, nicht als präexistenten Logos.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nur in Fragmenten bei Kirchenvätern (z. B. Hieronymus). Nie kanonisch.
34. Nikodemusevangelium
(Evangelien – christlich/volkstümlich, ca. 300–400 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Siehe auch Evangelium des Nikodemus: Passionserzählung mit Jesu Höllenfahrt, Dialog mit den Toten und auferstandenen Altvätern.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Mittelalterlich überliefert in vielen Sprachen. Nie kanonisch, aber populär.
35. Paulusakten (Acta Pauli)
(Apostelakte – christlich, ca. 160–190 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Lebenslauf des Apostels Paulus mit Wundern, Reden und dem Martyrium. Besonders bekannt: die Thekla-Episode (jungfräuliche Jüngerin).
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Griechisch und koptisch überliefert. Nie kanonisch, aber in der Alten Kirche verbreitet.
36. Petrusakten (Acta Petri)
(Apostelakte – christlich, ca. 180–190 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Missionsreisen und Wunder des Petrus, endet mit seinem Kreuzigungstod (kopfüber). Enthält das berühmte „Domine, quo vadis?“-Motiv.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Lateinisch und griechisch überliefert. Nie kanonisch, aber einflussreich in der Legendenbildung.
37. Petrusevangelium
(Evangelien – antijüdisch-christlich, ca. 150–200 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Bericht über Jesu Passion mit Auferstehungsszene, bei der Jesus aus dem Grab schreitet – begleitet von sprechendem Kreuz. Stark antijüdisch.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Fragmentarisch (Achmim-Codex). Im 2. Jh. populär, aber bald verworfen.
38. Philippusevangelium
(Evangelien – gnostisch, ca. 180–220 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Gnostischer Text, betont Sakramente, mystische Ehe und innere Erkenntnis. Maria Magdalena wird hervorgehoben.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Nag Hammadi Codex II. Nie kanonisch; heute v. a. in feministischer Theologie rezipiert.
39. Protoevangelium des Jakobus
(Evangelien – volkstümlich/frühkirchlich, ca. 150 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Wichtige Quelle zur Kindheit Mariens und Geburt Jesu. Enthält viele später dogmatisch rezipierte Motive (z. B. Jungfrauengeburt, Josef als alter Mann).
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Papyrus Bodmer V u. a.; nie kanonisch, aber liturgisch und kunsthistorisch einflussreich.
40. Pseudo-Matthäus-Evangelium
(Evangelien – volkstümlich, ca. 600 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Weiterentwicklung des Protoevangeliums, ergänzt durch Wunder Jesu in der Kindheit. Besonders beliebt im Mittelalter.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Ab dem 6. Jh. in lateinischer Tradition überliefert. Nie kanonisch.
41. Syrische Baruch-Apokalypse (2. Baruch)
(Apokalypsen – jüdisch, ca. 100 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Jüdische Apokalypse nach der Tempelzerstörung. Enthält Klagepsalmen, Endzeitvisionen und Trost für Israel.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Auf Syrisch erhalten; jüdisch-christlich rezipiert, aber nie kanonisch.
42. Testamente der zwölf Patriarchen
(Briefe – jüdisch/christlich rezipiert, ca. 150–200 v.Chr. mit späteren christlichen Überarbeitungen)
📝 Kurzbeschreibung:
Sterbereden der Söhne Jakobs. Jedes Testament enthält moralische Lehren, endzeitliche Ausblicke und Hinweise auf den kommenden Messias.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
Griechisch vollständig überliefert. Nie kanonisch, aber in der Alten Kirche teilweise rezipiert.
43. Thomasakten (Acta Thomae)
(Apostelakte – christlich, ca. 200–220 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Missionsgeschichte des Apostels Thomas in Indien. Enthält exotische Wunder, asketische Botschaften und sein Märtyrium.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
In syrischer und griechischer Version überliefert. Nie kanonisch, aber im Osten sehr geschätzt.
44. Visio Pauli (Paulusapokalypse)
(Apokalypsen – christlich, ca. 250–350 n.Chr.)
📝 Kurzbeschreibung:
Eine populäre Jenseitsvision: Paulus durchläuft Himmel und Hölle, sieht Belohnungen und Strafen. Später einflussreich für Dante.
📜 Quellenlage / Kanonstatus:
In zahlreichen Versionen und Sprachen erhalten. Nie kanonisch, aber populär.



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