Ich stieg bei den Zeugen Jehovas aus“ – Leonies Geschichte

⚠️ Hinweis: Das Video behandelt sexuellen Missbrauch, psychische Belastungen und weitere sehr belastende Themen.

Videoempfehlung: Leonies Geschichte

Ein sehr sehenswertes und zugleich schweres Interview: Leonie, heute 21 Jahre alt, berichtet über ihre Kindheit und Jugend bei den Zeugen Jehovas, über sexuellen Missbrauch durch ein Familienmitglied und darüber, wie sie nach eigener Schilderung innerhalb der Gemeinschaft damit umgegangen wurde.

Besonders erschütternd ist ihre Beschreibung des Umgangs der Ältesten: Nachdem sie sich an Glaubensschwestern gewandt hatte, wurde der Fall innerhalb der Versammlung behandelt. Leonie berichtet, die Täterperson habe Teile der Vorwürfe eingeräumt. Dennoch sei sie selbst aufgefordert worden, nicht darüber zu sprechen und sich sogar beim Täter dafür zu entschuldigen, dass sie geredet hatte.

Auch später, so erzählt sie, sei ihr vorgeworfen worden, durch das öffentliche Ansprechen der Geschehnisse „Schmach auf Jehovas Namen“ zu bringen.

Das Interview ist nicht deshalb wichtig, weil ein einzelner Erfahrungsbericht automatisch beweist, wie jeder vergleichbare Fall behandelt wird. Es ist wichtig, weil Leonies Geschichte sehr konkret zeigt, welche Folgen ein religiöses System haben kann, wenn der Schutz des Ansehens der Gemeinschaft, interne Verfahren und Loyalität gegenüber der Organisation mit dem Schutz eines betroffenen Kindes in Konflikt geraten.

Klare Empfehlung von Helleres Licht: Wer verstehen möchte, warum der Umgang mit sexuellem Missbrauch bei den Zeugen Jehovas seit Jahren Gegenstand öffentlicher Kritik und staatlicher Untersuchungen ist, sollte sich dieses Interview ansehen.

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