Doppelte Verfolgung – Die Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus und in der DDR

Datum: 04. September 2025
Medium: YouTube-Livestream / Gedenkstätte Deutscher Widerstand – Bundesstiftung Aufarbeitung
Titel: „Doppelte Verfolgung – Die Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus und in der DDR“
Kurzbeschreibung:
Anlässlich des 75. Jahrestags des DDR-Verbots der Zeugen Jehovas fand in Berlin eine gemeinsame Veranstaltung der Bundesstiftung Aufarbeitung, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand statt. Im Mittelpunkt stand die historische Aufarbeitung der Verfolgung der Zeugen Jehovas in zwei Diktaturen – dem Nationalsozialismus und der DDR.

Zwischen 1933 und 1945 wurden in Deutschland und Europa bis zu 14.000 Menschen als Zeugen Jehovas verfolgt, rund 1.800 davon ermordet. In der DDR wurden nach 1950 etwa 700 Männer und Frauen inhaftiert, viele von ihnen waren bereits während der NS-Zeit verfolgt worden.

Den Einführungsvortrag hielt der Historiker Dr. Tim Müller (Universität Mannheim). Er stellte Parallelen und Unterschiede zwischen den beiden Verfolgungsperioden heraus, ging aber zugleich kritisch auf die „Erklärung von Wilmersdorf“ (1933) ein, mit der sich führende Zeugen Jehovas in Deutschland opportun gegenüber dem NS-Regime positionierten. Müller würdigte den persönlichen Mut einzelner Bibelforscher, betonte aber, dass die damalige Bewegung nicht homogen war, sondern aus mehreren Gruppen bestand, die teils unterschiedlich agierten.

Das anschließende Podiumsgespräch mit Dr. Christl Wickert, Falk Bersch und Dr. Tim Müller beleuchtete den erinnerungspolitischen Umgang mit dieser „doppelten Verfolgung“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Julia Haungs (SWR Kultur).

📄 Quelle: YouTube – Livestream der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Veranstalter: Bundesstiftung Aufarbeitung · Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas · Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Ort: Kronenstraße 5, 10117 Berlin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert